Lorenz Reitbauer
Heute sprechen wir mit Lorenz Reitbauer über seine Erfahrungen während der Pandemie, in den Tourismuschulen MODUL, in Wien. Anders als bei Erich Kästner, ging es hier darum, dass die Schüler in Kleingruppen wochenweise im Präsenzunterricht bzw. im Distance-Learning unterrichtet wurden.

© MODUL Wien
Lorenz Reitbauer, der Sohn von Birgit und Heinz Reitbauer, die im Steirereck am Pogusch nicht nur auf höchstem Hauben-Niveau ihre Gäste kulinarisch verwöhnen, sondern auch ganz aktuell in ihre neuen Baumhäuser einladen.
Lorenz, das Schuljahr 2020/21 war mit großen Einschränkungen verbunden. Wie waren für dich die letzten 15 Monate?
Es war ein sehr verrücktes Jahr. Das Distance-Learning war eine große Umstellung für mich und meine Freunde.
Hast du Zweifel, dass du die richtige Ausbildung absolvierst?
Nein, keineswegs. Es ist natürlich ein etwas anderes System als auf einer normalen AHS. Jedoch habe ich mich sehr schnell daran gewöhnt, die Lehrer haben einem geholfen, wo sie konnten und es macht mir sehr viel Spaß, dass ich dort lernen kann.
Allerorts hört man – nun auch von der Regierung – man habe die Schüler und deren Probleme nicht gehört? Wie ist das für dich persönlich?
Natürlich habe ich von einigen Schülern gehört, dass diese sich sehr schwertun und nicht wissen, ob sie überhaupt noch ihre Schulzeit fortsetzen wollen, jedoch finde ich, dass es auch Aufgabe der Lehrer ist, hier die richtige Hilfestellung zu geben. Sobald die Schule wieder regulären Betrieb hatte, gab es viele Tests und Prüfungen. Das war für viele von uns ein immenser Druck.
Gibt es etwas, wo du denkst, dass Distance-Learning auch Post-Corona sinnvoll wäre?
Ich war grundsätzlich kein großer Fan, da der Kontakt zwischen Lehrer und Schüler wichtig ist, um auch tiefer in die Gespräche eingehen zu können.
Hattet ihr auch praktischen Unterricht? Wenn, ja – wie kann man sich das vorstellen?
Wir hatten eine Zeit lang keinen, allerdings änderte sich das nach zwei Wochen wieder und wir konnten jeden Freitag unsere Service- und Kochkünste verbessern.
Wo bist du derzeit im Praktikum und wie sehr sind derzeit noch die Einschränkungen hinsichtlich Corona?
Im Moment bin ich bei der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn. Es ist ein sehr nachhaltiger Betrieb, dem nichts wichtiger ist, als der respektvolle Umgang mit den Produkten. Dort müssen wir derzeit FFP2-Masken tragen, was acht Stunden täglich natürlich anfangs eine große Herausforderung war, allerdings hat man sich sehr schnell daran gewöhnt. Es macht mir sehr viel Spaß und ich kann jedem nur empfehlen, dort sein Praktikum zu machen.
Was möchtest du nach deinem Abschluss im MODUL machen und wie leicht lässt sich dieses Ziel verwirklichen?
Nachdem ich meinen Abschluss habe, möchte ich ins Geranium nach Kopenhagen, weshalb ich auch Dänisch lerne. Danach würde ich noch gerne nach New York zum Eleven Madison Park. Ich glaube, dass ich in diesen Restaurants eine andere Philosophie erleben werde als hier in Wien. Ich werde Neues kennenlernen und versuchen möglichst viel aufzuschnappen, um dann irgendwann meinen eigenen Weg zu gehen.
Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute auf deinem Weg!



