Mit brennender Leidenschaft
Ob der Absolvent der HBLA Ursprung und findige Landwirt Florian Gumpinger nun erlesene Destillate kreiert oder Rindfleischspezialitäten herstellt: Seine Produkte tragen die unverkennbare Handschrift einer leidenschaftlichen Hingabe.

© Buroida Brennkuchl
In der ländlichen Idylle von Neulendt in der Gemeinde Mettmach steht ein junger Mann, der die traditionelle Landwirtschaft mit modernem Unternehmertum und handwerklicher Hingabe verbindet. Am elterlichen Hof aus dem Jahre 1791 hat sich Florian Gumpinger, Absolvent der HBLA Ursprung, nach seinem Abschluss in Lebensmitteltechnologie und Ernährung an der FH Wels selbstständig gemacht. „Wir führen einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 35 Milchkühen und bewirtschaften rund 40 Hektar“, erzählt der 26-Jährige. Seine größte Leidenschaft liegt in der Produktion von erlesenen Destillaten und Rindfleischspezialitäten.
Land aufs Herz
Florian Gumpinger sieht Genuss als Ergebnis einer harmonischen Verbindung von Tradition und Innovation. Er schöpft aus den bewährten Methoden seiner Vorfahren und fügt zeitgemäße Anpassungen hinzu. Unter der Marke „Buroida“ vertreibt der Innviertler feinste Edelbrände aus der Brennkuchl sowie Dry Aged-Spezialitäten vom Rind aus der Fleischkuchl. Dabei folgt er stets dem Grundsatz: „Wenn man etwas gerne macht, dann macht man es immer gut.“ Früher oder später plant der junge Landwirt, den Betrieb zu übernehmen, der bereits nach einem nachhaltigen Kreislaufsystem bewirtschaftet wird. „Die Getreidemaische, die nach dem Brennvorgang übrig bleibt, dient als hochwertiges Eiweißfutter für unsere Tiere. Zusätzlich deckt unsere Photovoltaikanlage den Energiebedarf des gesamten Betriebs. Es sind viele kleine Zahnräder, die bei uns ineinandergreifen und am Ende ein funktionierendes System ergeben.“
Edel brennt am besten
Seine Begeisterung für die Landwirtschaft und die Veredelung von Obst und Getreide zu einzigartigen Destillaten wurde ihm in die Wiege gelegt und über vier Generationen hinweg weitergegeben. Im zarten Alter von 15 Jahren tastete er sich erstmals an die Whiskyerzeugung heran und erwarb im Laufe der Zeit umfangreiche Erfahrung in der Malzauswahl und der Fasslagerung. Als nächster Schritt auf seiner Reise führte ihn die Leidenschaft in die Welt des Gins. „Ich habe mir 2018 in London, unter anderem bei Beefeater, einige Brennereien angeschaut und dann an der Rezeptur gearbeitet“, erzählt der Tüftler. Das Ergebnis kann sich schmecken lassen: „Der G9 Kobernausserwald Dry Gin hat eine wachsende Fangemeinde“, sagt Gumpinger stolz und weist auf das Wortspiel hin: „Die englische Aussprache ‚Gin Nine’ (G9) entspricht dem Innviertler Ausdruck Tschinein, was harte Arbeit bedeutet.“ Neun ausgewählte Botanicals, zu denen auch Schwarzbeeren und Himbeeren aus dem Kobernausserwald gehören, verleihen diesem Gin seine unverwechselbare Note.
Qualität vor Quantität
„Menschen schauen immer genauer auf die Qualität“, meint
Gumpinger und ergänzt: „Qualität vor Quantität, das verfolgen wir auch in unserer Fleisch- und Brennkuchl.“ Mit diesem Qualitätsversprechen beliefert er die Gastronomie nicht nur mit erlesenem Rindfleisch und Steaks, sondern auch mit seinen hochwertigen Edelbränden, Gins, Whiskeys, Likören und auch mit Cider.
Der ausgebildete Lebensmitteltechnologe hat die Brennerei auf völlig neue Beine gestellt, nicht zuletzt durch ein modernes Design und eine ansprechende Verpackung. „Man muss mit der Zeit gehen und sich etwas einfallen lassen“, ist Gumpinger überzeugt. Die Nutzung von sozialen Medien wie Facebook und Instagram ist für ihn dabei ein wichtiger Weg, um Konsumenten und Gastronomen in den Alltag seines Betriebs einzubeziehen. „Der direkte Kontakt zum Kunden ist mir sehr wichtig, da man Trends früh erkennt oder Wünsche in die Tat umsetzen kann. Mir ist wichtig, weiterhin flexibel und unabhängig zu bleiben, um auf neue Trends reagieren zu können“, erzählt der findige Jungunternehmer.
Das Innviertel am Gaumen
Für Florian Gumpinger sind direkte Lieferbeziehungen nicht nur eine Bereicherung für die Gastronomie, sondern auch ein ergänzendes Standbein für landwirtschaftliche Betriebe. Es ist ihm ein Anliegen, die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Gastronomie zu stärken, um regionalen Erzeugnissen einen höheren Stellenwert zu verschaffen. „Mit heimischen Rohstoffen und Produkten kann man bei den Konsumenten immer punkten“, ist der Landwirt überzeugt. Um Gastronomen den Einkauf regionaler Produkte zu erleichtern, engagiert er sich im Verein „Wie‘s Innviertel schmeckt“, der Produkte von etwa 50 Landwirten präsentiert und gebündelte Bestellungen ermöglicht. „Das spart viel Arbeit und Zeit und wird deshalb auch gerne angenommen“, sagt der engagierte Innviertler.
Gastronomische Multiplikatoren
In Hinblick auf eine florierende Zukunft legt Gumpinger nicht nur Wert auf gerechte Preise und eine gesteigerte Anerkennung für landwirtschaftliche Erzeugnisse, er unterstreicht auch die Rolle von Gastronomen, die regionale Erzeugnisse in ihren Betrieben fördern. „Ich denke, dass man direkt in der Landwirtschaft zu vernünftigen Preisen einkaufen kann, immerhin entfällt die Marge der Zwischenhändler. Darüber hinaus ist es möglich, insbesondere bei Fleisch, die Tiere im jeweiligen Betrieb persönlich in Augenschein zu nehmen. Durch regionales Einkaufen kann man die heimische Landwirtschaft stärken und die Transportwege verkürzen. So entwickelt man auch ein besseres Verständnis für den Arbeitsaufwand, der hinter jedem Rohstoff steckt. Dieses Bewusstsein zu schaffen, halte ich für äußerst wichtig. Zudem sehe ich Gastronomiebetriebe als wertvolle Multiplikatoren in diesem Prozess“, meint der leidenschaftliche Landwirt abschließend.



