Das Hotel als Lebensprojekt – Interview Gerhard Höflehner

10. Oktober 2019 Mehr

Das Hotel als Lebensprojekt – Interview mit Gerhard Höflehner

Vor zehn Jahren erfolgte die Hotelübergabe an Karin und Gerhard Höflehner. Seither wurden rund 30 Mio. Euro in den Betrieb investiert. Wir fragten nach, inwieweit das Hotel an die vorhandene Bautradition und alte Werte anschließt und welche Kriterien ausschlaggebend waren für die jüngsten Aus- und Umbauten.

 

Gerhard Höflehner

 

Sind Teile des alten Hofes erhalten geblieben? Welche Maßnahmen sind der alten Bautradition geschuldet?
Es ist tatsächlich noch der Heustadl von früher vorhanden. Vor zehn Jahren wurde dieser dann zur Stadlsauna umfunktioniert. Mittlerweile ist diese Sauna ein Teil unseres Almsaunadorfes. Wir bauen mit der Natur und versuchen die Gegebenheit bei unseren Bauvorhaben zu integrieren. Deshalb ist zum Beispiel unser Almsaunadorf in Form von Almhütten in den Berg hinein gebaut worden.

Ihr Hotel trägt ja auch das Österreichische Umweltzeichen. Mussten Sie dazu zusätzlich Maßnahmen setzen?
Wir sind täglich bemüht, umweltschonend und nachhaltig zu arbeiten. Da geht es nicht um Auszeichnungen oder Zertifikate, sondern darum, Ressourcen zu schonen und auch an unsere künftigen Generationen zu denken.

Naturnähe gilt heute als Must-Have. Seit wann ist das Höflehner ein Naturhotel?
Wir sind ein gewachsener Familienbetrieb. Vor zehn Jahren durften wir in unserem Naturhotel die ersten Gäste begrüßen. Davor war es der Knapplhof – eine Pension mit Restaurant und einigen Gästezimmern. Für uns sind immer schon die steirische Gastlichkeit und die Natur im Vordergrund gestanden. Seit zehn Jahren gibt es nun unsere 6-N-Philosophie, nach der wir unsere Arbeit und unsere Handlungen auslegen. Auch davor ist uns natürlich die Natur sehr am Herzen gelegen – vor zehn Jahren haben wir unser Bestreben dann in unserer Philosophie festgehalten.

Welche Rolle spielen der Wald, die Wiesen, die Landschaftspflege, der Gartenbau, das Wildgehege, der Streichelzoo für den Betrieb heute?
Das Naturerlebnis ist ein wichtiger Pfeiler in unserer Philosophie. Da gehört die Natur rund um unser Hotel mit den Wäldern, Bächen, Seen und Wiesen natürlich dazu. Aus der Natur schöpfen wir viel Kraft und Energie und genau das möchten wir auch an unsere Gäste weitergeben.

Der Ausbau des SPA erfolgte über mehrere Jahre. Was braucht der Gast heute mehr als früher?
Der Arbeitsalltag wird immer stressiger, die Freizeit ist meist begrenzt. Der Wunsch nach Entspannung, Ruhe und Entschleunigung wächst. Das bedarf noch mehr Ruhezonen und Entspannungsmöglichkeiten im und rund um das Hotel. Die Gäste möchten ihre begrenzte Zeit optimal nutzen und einen Luxus genießen, den sie zu Hause nicht haben. Wir sind daher stets bestrebt unsere Gäste rundum zu verwöhnen und auch zu überraschen, damit sie mit perfekten Urlaubserinnerungen in den Alltag zurückkehren.

Der Ausbau in mehreren Etappen führte auch zu einer gefühlten Kleinteiligkeit der doch sehr großen Hotelanlage. Welche Vorteile bzw. Nachteile ergeben sich daraus?
Es hat definitiv Vorteile, in Etappen zu bauen. Weil wir in Etappen gebaut haben, sind uns immer wieder Bedürfnisse und Wünsche der Gäste aufgefallen, die wir in unserer nächsten Erweiterung einfließen lassen konnten.

Zuletzt wurden auch Küche und Buffetlandschaft vergrößert. Was war Ihnen dabei besonders wichtig?
Der Buffetbereich soll freundlich und hell sein, man muss sich sofort wohlfühlen und es muss ausreichen Platz zur Verfügung sein, um die Speisen ansprechend zu präsentieren. Der Gast muss ausreichend Platz haben, um in Ruhe zu gustieren und darf nicht durch Drängereien gestört werden. Wichtig war uns auch, dass wir einen Buffetbereich für unsere kleinsten Gäste schaffen, wo sie mit niedrigerer Buffetfläche ihr Essen ohne Hilfe eines Erwachsenen holen können. Weiters haben wir als zusätzliches Angebot einen Pizzaofen in den Buffetbereich integriert.

Außerdem gibt es jetzt auch elf neue Zimmer. Was war Ihnen besonders wichtig, um Ihren Gästen den hohen Komfort bieten zu können?
Unsere Zimmer sind allesamt mit Zirbenholz, hochwertigen Stoffen und Materialien aus der Region gestaltet. Besonders bei unseren neuen Zimmern ist die Glasdurchsicht beim Balkon – mit dem uneingeschränkten Blick auf das wunderschöne Ennstal und die traumhafte Naturkulisse. Komfort bedeutet aber für jeden Menschen etwas anderes. Es sind nicht nur bauliche und materialistische Aspekte, die wichtig sind, auch auf emotionaler Ebene müssen wir den Gast abholen, damit er sich rundum wohlfühlt. Dabei spielen das Service, die Gastlichkeit, die Erlebnisse, die Erinnerungen, die Kulinarik, die Erholung und noch viele weitere Punkte eine wichtige Rolle.

Ihr Haus investiert auch maßgeblich in die Mitarbeiterzufriedenheit. Welche Maßnahmen kann man hier besonders hervorheben?
Die Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen, um auch gute Arbeit zu leisten. Wir bieten unseren Mitarbeitern moderne Mitarbeiter-Quartiere, sie dürfen Hoteleinrichtungen wie Wellnessbereich und Fitnessraum in ihrer Freizeit nutzen, wir organisieren gemeinsame Mitarbeiter-Aktivitäten und ermöglichen unseren Mitarbeitern natürlich auch Aus- und Weiterbildungen.

Ihr Haus gehört zu den erfolgreichsten der Region. Was ist Ihrer Einschätzung nach das Geheimnis Ihres Erfolges?
Um erfolgreich zu sein, muss man ständig in Bewegung bleiben. Es bedarf immer neuer Pläne und Ideen. Wir kennen und lieben unsere Region. Das Hotel ist unsere Lebensaufgabe und unser Lebensprojekt. Und wer seinen Job liebt, macht ihn bekanntlich auch gut.

 

www.hoeflehner.com

Text:©Heidrun Schwinger

Fotos:©René Strasser

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Kategorie: Projekte

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