Glas in der Hotelarchitektur

8. September 2016 Mehr

Der Sommer kommt – Hotels treten wieder vermehrt in den Mittelpunkt unserer Sehnsüchte, unserer Ziele. Für den erholungsbedürftigen Menschen sind sie Orte der Entschleunigung, für stressgeplagte Geschäftsreisende transitorische Momentaufnahmen. Kluge Instrumentalisierungen dieses Überganges zwischen Exotik und Gewohnheit sind das Bestimmende für den Erfolg eines Hotelkonzeptes. Die eindeutige, architektonische Handschrift einer Hotelarchitektur lässt sich durch vielerlei Materialien und Gestaltungselemente betonen, eines davon ist das Glas.

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Mit Glas werben
Glas hat eine sehr positive Wirkung auf das Raumklima, bzw. das Wohn- und Wohlgefühl in einem Hotel. Die Einrichtung und der sich daraus ergebende Eindruck sind entscheidend für die Attraktivität eines Hotels oder einer Praxis. Der Vorteil einer positiven Optik ist wohl jedem Hotelier bewusst. Im Grunde entscheidet das Wohlbefinden des Kunden, ob er wieder kommt oder nicht. Glas trägt in großem Umfang zu einer Erhöhung dieses Wohlbefindens bei.

Hilton Hotel Schiphol
Dank neuester Entwicklungen der Glasindustrie und der technischen Möglichkeiten des konstruktiven Glasbaus und der Glasfassaden kann ein Hotel bereits von außen optisch aufgewertet werden. Sehr gut kann man das am Beispiel des neuen Hilton Hotels am Amsterdamer Flughafen Schiphol erkennen. Aus der Distanz beeindruckt der, wie ein riesiger Diamant erscheinende, Gebäudekomplex mit dynamischer Wucht, aus der Nähe faszinieren die unterschiedlichen Fassadenelemente. In dem rautenförmigen Fassadenmuster wechseln sich transparente, opake, plane und gebogene Elemente ab. Verbundelemente und transparente sowie emaillierte Gläser lassen ein mosaikartig zusammengesetztes Muster entstehen. Je nach Blickwinkel und Helligkeit wirkt der Komplex – nach dem Entwurf des Delfter Architekturbüros Mecanoo – strahlend weiß bis geheimnisvoll anthrazitgrau und schimmernd. Ein starker Akzent in prominenter Lage an der Zufahrtsstraße zum Flughafen.
Das Herz des Gebäudes bildet das 42 Meter hohe, glasgedeckte Atrium. Hier hat man, um ein zu starkes Aufheizen im Inneren des Atriums zu verhindern, das Glasdach als Sonnenschutzverglasung ausgeführt. Für einen sicheren Übergang zwischen den Stockwerken und für den nötigen Schallschutz sorgt eine Sicherheitsverglasung und in der Außenfassade bieten die, sowohl planen als auch zylindrisch gebogenen, Zweifach-Isoliergläser Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung.

Kameha Grand Hotel Zürich
Auch Zürich hat auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt eine neue Landmark bekommen: Das Kameha Grand Hotel Zürich präsentiert sich als moderner, puristisch-dunkler Glaskörper, der durch ein helles Wellenmuster aus vorgesetzten Aluminiumlamellen eine spielerische Leichtigkeit bekommt. In der äußeren Gebäudehülle aus Sicherheitsgläsern verbindet sich umfassendes technologisches Know-how mit ästhetisch anspruchsvollen Lösungen. Die moderne Architektur mit ihrer besonderen Fassade entwarf das international tätige Büro tecArchitecture aus Ermatingen/Schweiz.
Die rund 5.100 Verbundsicherheitsgläser erfüllen nicht nur hohe konstruktive und funktionale Anforderungen. Sie bilden zugleich einen stimmigen Hintergrund für die umlaufenden, hellen Horizontalbänder. Diese sind aus stranggepressten Aluminiumprofilen in Dreieckform waagrecht vor die Verglasung montiert. Die Gesamtlänge der horizontalen Profile summiert sich auf etwa 6 Kilometer.

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Durch zukunftsfähige Technologien zum Bedrucken von Flachgläsern eröffnen sich auch neue Perspektiven für Hoteliers bei der Gestaltung von Glasfassaden. In Zürich verbergen sich hinter der am gesamten Baukörper gleich erscheinenden Verglasung verschiedene anthrazitgraue Glasdekore, vom Punktraster, über Streifen bis hin zu ganzflächig deckenden Elementen. Diese Homogenität bewährt sich sowohl in der Ansicht am Tage als auch in der abendlichen Durchsicht. Gerade in der Dunkelheit, wenn in einzelnen Räumen das Licht angeschaltet wird, verwandelt sich die gläserne Hülle des Kameha Grand Hotel in eine spannende Gebäudeskulptur.

Vielseitig anwendbar
Glas findet aber nicht nur in Außenfassaden seine Anwendung, auch im Inneren wird es immer beliebter. Hier können wiederum hochwertige Glastrennwände oder Glasgeländer zur optischen Abgrenzung einzelner Areale genutzt werden, ohne diese zu isolieren. Für Trennwände sind schallisolierte Wände wichtig – mit Glas wird das erreicht und zugleich wirken die Räumlichkeiten offen und freundlich.
Glas hat nicht nur optische Vorzüge, sondern ist einfach praktisch. Es isoliert Schall und Wärme, spielt mit Licht, ist sehr pflegeleicht und extrem beständig. Sollte einmal etwas verschmutzt werden, ist das bei Glas auch kein Problem: Anstatt wegen eines Flecks an der Tapete neu tapezieren oder streichen zu müssen, reicht bei Glas ein „einfaches abwischen“. Zudem ist Glas zeitlos – es altert im Vergleich zu anderen Werkstoffen praktisch nicht.

Ampere

Glas bietet eine große Anzahl verschiedener Lösungen für Duschen, Dampfbäder bzw. Saunas. Abhängig vom gewünschten Grad der Privatsphäre stehen unterschiedliche Basisgläser zur Verfügung – von hoch transparent bis hin zu hundert Prozent blickdicht in verschiedenen Farben und Oberflächen. Im Hotelbau ist in einem bestimmten Preissegment vermehrt der Trend zu bemerken, Bäder, nur getrennt durch Glaswände, in das Zimmer zu integrieren. So kann viel optischer Komfort für den Nutzer gewonnen werden. Multifunktionsgläser erlauben die Integration von Ganzkörperspiegeln in die Duschen und geben dadurch den Duschen eine zusätzliche Funktion, welche gerade in kleinen Hotelbadezimmern einen echten Vorteil für den Gast darstellt.

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Ein spezielles, hochtransparentes Leichtpflegeglas für den Badbereich überzeugt durch korrosionsbeständige Langlebigkeit, ohne seine hochtransparenten Eigenschaften zu verlieren. Es ist bedeutend leichter zu pflegen als nicht beschichtetes Floatglas. Die Beschichtung wird durch ein innovatives Magnetronverfahren dauerhaft mit dem Glas verbunden. Es wird somit komplett auf die Verwendung von Nanopartikeln verzichtet, wie sie in den Nassbeschichtungen häufig angewandt werden.

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Als edle Verblendung – transparent, durchscheinend oder undurchsichtig, farbig, ornamentiert oder satiniert, bedruckt oder hinterleuchtet – kann man mit Glas dezenten Stauraum schaffen. Ganzglastüren nehmen großflächigen Schränken ihre optische Dominanz. Gefertigt aus satiniertem oder lackiertem Glas zaubern sie eine völlig neue Raumatmosphäre. Spiegelnde Oberflächen sorgen für Helligkeit und gute Laune, entspiegelte gewährleisten maximale Transparenz. An Bars und Buffets setzen Theken aus farbigem, hinterleuchtetem oder lackiertem Glas Zeichen.

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Die breite Palette an Gussgläsern bietet zusätzlich eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten – von den Designklassikern aus dem Bereich Ornamentglas bis hin zu exklusiven Designgläsern. Kundenspezifische Ornamentgläser eröffnen darüber hinaus die Möglichkeit eines individuellen Marktauftrittes und somit der Differenzierung vom Wettbewerb. Im Hotelbau gewinnen zum Beispiel dezente Corporate Design-Akzente auf gläsernen Schranktüren, Lampen, Tischen oder Badmöbeln verstärkt an Bedeutung.

Text: Peter Reischer
Foto: ©Saint-Gobain France / Saint-Gobain Glass

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Kategorie: News

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