Royal, rural, modern – ****KOSIS Sports Lifestyle Hotel

8. Juni 2018 Mehr

Fügen im Zillertal ist bei Urlaubern vor allem wegen seiner idealen Lage für Wintersport und auch im Sommer für Ausflüge in die nahe Bergwelt beliebt. Gäste kommen zum Wandern, Radfahren und Klettern und in den letzten Jahren auch vermehrt zum Golfen nach Fügen. Um den modernen Hotelgast nun noch gezielter ansprechen zu können, hat Familie ­Kostenzer im Vorjahr das ehemalige Hotel Sonne umfassend ausgebaut und erweitert. Die Planer von KRAFT:WERK Architektur schufen ein stylisch modernes Ambiente mit viel Komfort sowohl im Bestandsbau mit seinem historischen Baukern als auch im daran anschließenden Zubau.

 

KOSIS Sports Lifestyle Hotel

 

Das Bestandsgebäude mit ortstypischem Giebeldach und klassisch Tiroler Fassadengestaltung – Holzverkleidung inklusive gedrechselter Balkone über einem weißen Sockel – wurde revitalisiert. Die traditionelle Holzfassade beispielsweise erhielt jedoch durch das Sandstrahlen der Holzflächen einen frischen und zeitgemäßen Look. Daran anschließend setzt auch der fünfgeschossige Zubau auf natürliche Materialien – allerdings in betont geradliniger Formensprache. In seiner progressiven Gebäudeform wirkt der neue Bauteil als selbtsbewusstes Solitär im Ortsbild von Fügen. Vertikale Formen, stehende Holzlattungen und durchgehend stehende Schlitzfenster im Gangbereich über alle Geschosse kommunizieren eine klare Gliederung in der Seitenansicht. Front- und Rückansicht sind durch Balkone definiert, deren helle Lärchenlattung in dunkle Schwarzstahlelemente eingefasst ist.Richtung Altbau ist der Zubau wieder komplett in Holz gefasst und schließt so thematisch an die Holzverkleidung des Bestands an.
Der älteste Gebäudeteil des Hotels ist der sogenannte Hacklturm. Dieses mehrstöckige Bauwerk wurde 1480 durch das ortsansässige Adelsgeschlechts Hackl erbaut und ist heute in die Architektur des Hotels eingegliedert. Im Bereich der KOSIS Fun Food Bar, die weitgehend als Bestand übernommen werden konnte, ist das felsige Mauerwerk des geschichtsträchtigen Turms als gestalterisches Element rund um den offenen Kamin freigelegt.

Und auch im darüberliegenden, neuen und nun 350 Quadratmeter großen Wellnessbereich sind Sichtfenster in die lange Vergangenheit des Mauerwerks stilvoll herausgearbeitet. Die alte Felsenwand ergänzt stimmig die hochwertige Ausstattung der Wellnessangebote mit Finnischer Sauna, Biosauna und Dampfbad. Im Ruhebereich laden ein Effekt-Kamin mit gemütlichen Sitzsäcken und heimelige Nischen zum Relaxen ein. Ergänzend dazu bietet das Hotel entspannende Massagen, aber auch Sportstunden und Personal Training im komplett neuen Fitnessraum.
Der alte Hacklturm ist nicht nur Gestaltungselement in einzelnen Bereichen, sondern auch Inspiration für die gestalterische Ausrichtung im gesamten Hotel. Der royale Nachlass der Hackls ist in moderner Aufbereitung auch als Einladung an den Gast zu verstehen, sich wie „King & Queen der Alpen“ zu fühlen.
Das Interieur versprüht lässigen Tiroler Charme – trendig und zugleich hochwertig und authentisch. Wichtig war den Planern vor allem eine einheitliche Formensprache der allgemeinen Architektur, die alle Räumlichkeiten des nun großen Komplexes unter einer gemeinsamen gestalterischen Klammer zusammenhält. Wenige ausgesuchte, natürliche und traditionelle Materialien und Farben wurden modern kombiniert, klare Strukturen geschaffen und so eine beruhigende Grundstimmung erzeugt. Hochwertige Oberflächen, große Glasflächen und massive Holz­ elemente bilden den Rahmen für ein sowohl modernes als auch dem Land und seinen Traditionen verbundenes Ambiente. Der Einbezug der umliegenden Natur war dabei sowohl Stilmittel als auch ein Parameter in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Farbige Stoffe und Stühle, großflächige Kunstwerke und moderne Beleuchtungselemente setzen individuelle Blickpunkte.
Viel Holz. Stein und edle Stoffe prägen das Interieur in den Zimmern und in den öffentlichen Bereichen. Traditionelle Holzvertäfelungen kontrastieren mit urbaner Streetart. Stylische Sitzgelegenheiten sind in rustikale Holzstämme eingefügt. Naturbelassenes Braun unterschiedlicher Holzarten und urban anmutende Grautöne definieren das Farbkonzept – auch im Speisesaal.
Dieser wurde großzügig erweitert und ist nun in zwei Bereiche gegliedert, die sich optional auch räumlich trennen lassen. Die zentrale Schiebetür zwischen dem  Dinners Club und dem Tasting Room ist in einem mittig platzierten Raumelement eingefügt. Highlights sind hier die Bar mit echtem Kaminfeuer, das rundum erneuerte Buffet mit integriertem Frontcooking und die offene Glasfassade mit angrenzender Terrasse. Gemütliche Nischen wechseln mit flexibler Bestuhlung, wobei ein einheitliches Stuhlmodell mit unterschiedlichen Bezügen für Harmonie und Abwechslung zugleich sorgt.

Die 70 Zimmer und Suiten gliedern sich in verschiedensten Kategorien unterschiedlicher Größe und sind teils auch für große Familien oder befreundete Reisende mit einander kombinierbar. Alle verfügen über einen eigenen Balkon, die größten Suiten im Obergeschoss sogar eine eigene Sauna im Außenbereich. Luxus wird hier unter anderem durch viel freie Fläche definiert, sowie durch das zentrale Bad mit freistehender Wanne und Blick ins Freie und Stimmungsfeuer für Wohnbereich und Bad gleichermaßen. Ideal für Familien sind die Royal JuniorSuiten mit getrennten Wohn- und Schlafbereichen und einer Fläche von 45 Quadratmetern. Sechs der 35 Quadratmeter großen Kings & Queens Doppelzimmer sind mit Verbindungstür aber ebenfalls besonders familientauglich. Ergänzt wird das vielfältige Raumangebot durch Prince & Princess Doppelzimmer in Größen zwischen 20 und 25 Quadratmeter und Einzelzimmer auf 15 Quadratmetern, jedoch mit geräumigem 1,20 Meter breitem Bett.

 

 

****KOSIS Sports Lifestyle Hotel

Adresse: Dorfplatz 2, 6263 Fügen www.hotel-kosis.at
Bauherr: Familie Kostenzer
Generalplanung: KRAFT:WERK Architektur GmbH

Innenausstattung: Holzdesign Kofler
Beleuchtung: Leuchtwurm GmbH
Wellnessbereich: devine wellness-anlagenbau gmbh

Bebaute Fläche: ca. 1780 m²
Nutzfläche: ca. 6885 m²
Planungsbeginn: 2015
Bauzeit: April bis Dezember 2017
Eröffnung: 8. Dezember 2017

Fotos:©Becknaphoto

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Kategorie: Projekte