Linz darf nicht alles

24. August 2021 Mehr

Kommentar: Von Kurt Guggenbichler

Nur wenn der Wurm dem Fisch schmeckt, wird man als Angler erfolgreich sein!

In Linz beginnt’s! Dies war einer der ersten Slogans in der Nachkriegsgeschichte der oberösterreichischen Landeshauptstadt, mit dem diese ihr Image aufzupolieren versuchte. Viele weitere folgten. Witzbolde hatten „In Linz beginnt’s“ sehr schnell in ein „In Linz da stinkt’s“ verwandelt.

Nun: Stinken tut es in Linz mittlerweile nicht mehr und auch Fadesse und Tristesse sind in den letzten vierzig Jahren aus dem Stadtbild verschwunden. Daran waren einige Tourismusmanager beteiligt, unter anderem auch der aktuelle Linzer Tourismusdirektor Georg Steiner. Unter seiner Ägide ist auch der Slogan „Linz bewegt…“ entstanden und die von ihm verantwortete neue Imagekampagne hat nun wirklich enorme Bewegung in die Bevölkerung gebracht, wenn auch anders als gedacht.

Denn seit Bekanntwerden der neuen Slogans und der neuen Video-Bilder rumort es nicht nur in der betroffenen Stadt, auch darüber hinaus ist die Empörung groß. Bürgermeister Klaus Luger war jedenfalls sehr entsetzt, nachdem er von Steiners jüngstem Versuch Kenntnis erlangt hatte, womit künftig Touristen für Linz begeistert werden sollen und auch Hoteliers und Gastronomen sind verärgert, weil potentielle Linz-Besucher mit Video Klischees bedient würden, die nicht originär auf Linz zurückzuführen seien.

Könnte der jüngste von Georg Steiner zu verantwortende „Geniestreich“ dazu führen, dass der von mir sehr geschätzte Linzer Tourismusdirektor demnächst sogar aus Linz vertrieben wird? Denn dort hängt der Haussegen in der Tourismusszene der Donaustadt nicht nur wegen seines neuen Videos schon längere Zeit ziemlich schief. Steiner hat gewiss nicht absichtlich Schlechtes mit dem Film gewollt, doch ist sein Bemühen, mit der Linz-Werbung einmal originell sein zu wollen, gründlich danebengegangen, zumal uns die Hersteller dieses Streifens die positive Auflösung ihrer grauslichen Bilder und Kommentare schuldig geblieben sind.

So sehr Steiner & Co. ihr Machwerk auch erklären und verteidigen, nach wie vor gilt auch für die Tourismuswerbung, was alle Petri-Jünger nur zu gut wissen: Der Wurm hat dem Fisch zu schmecken und nicht dem Angler!

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Kategorie: News

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