Luxussuiten

5. September 2016 Mehr

Glaubt man den Ausführungen international tätiger Hotelexperten, wird jeden Tag irgendwo auf der Welt ein weiteres Luxushotel eröffnet. Die landläufig mit dem Begriff „Geld“ verbundenen Wertvorstellungen scheinen dabei oftmals abgeschafft zu sein, wenn hunderte Millionen Euro in Beherbergungsbetriebe investiert werden. In den meisten Fällen wird aber ohnedies über den Finanzbedarf der Mantel des Schweigens gelegt – und man soll sich bekanntlich über das Geld der Anderen nicht den Kopf zerbrechen. Bei der Schaffung von „Luxus“ in Hotelzimmern und Appartements ist ausreichende Liquidität nicht zwangsweise hinderlich. Damit alleine lässt sich aber ein entsprechendes Ambiente nicht erzwingen. Luxus kann vielschichtig sein, wie die folgenden Beispiele zeigen.

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Unter den Sternen schlafen
Nach einer umfassenden Neugestaltung eröffnete der ehemalige Völlanerhof im März 2015 als ALPIANA RESORT wieder. Ein Jahr danach wurde das nun Raumangebot des 58 Zimmer umfassenden Hotels um die „Sky Luxus Suite“ erweitert. Hier locken nicht nur Panoramablick, Infrarot-Sauna und stylishes Design: Das Herzstück der 55 m2 Luxus Suite ist die private Dachterrasse mit freistehendem Pavillon, der zusätzlich zum Suiten-Schlafzimmer ein Schlafen im Freien unter den Sternen ermöglicht. Eingebettet in die Meraner Bergwelt und umgeben von großflächigen Obstplantagen, liegt das 4-Sterne-Hotel in einer 15.000 m2 großen Garten- und Wasserwelt. Klimatisch besonders begünstigt wachsen hier im Hotelgarten zahlreiche Palmen – die neue Suite bietet in diesem Umfeld eine besondere Art von Luxus und Freiheit.


©Günter Standl

Automobile Markenwelt transformiert
Der Stuttgarter Automobilhersteller Mercedes-Benz setzt auch im Markt der Luxusunterkünfte Zeichen. Gemeinsam mit der aus Singapur stammenden, internationalen Frasers Hospitality Group baut Mercedes ein Portfolio an Premium-Business-Appartements auf. Seit Herbst 2015 verfolgt der Autobauer das Pilotprojekt „Mercedes-Benz Living @ Fraser“ mit dem Ziel, das markentypische Level an Luxus und Service seiner Automobile, deren Atmosphäre, Emotionen und Geräumigkeit in Premium-Business-Appartements zu transformieren.
In Zusammenarbeit von Mercedes-Benz Style und den Inneneinrichtungsspezialisten von JOI-Design Hamburg entstanden so in London sechs luxuriöse Residenzen auf jeweils rund 100 m2 Fläche, die über einen luftigen Wohn- und Essbereich, eine voll ausgestattete Küche und zwei Schlafräume verfügen. Die „Fraser Suites Kensington Mercedes Benz Living @ Fraser“ bieten im Wohnraum durch eine sanft geschwungene, glänzende „Black Magic Wall“ High-Tech auf innovativstem Niveau – mit intelligentem Mediensystem und integriertem Smart-TV. Funkelnder Eyecatcher ist der individuell angefertigte Kronleuchter mit Swarovski-Kristallen, der eine faszinierend-schillernde Lichtstimmung erzeugt.
Die den Stil von Mercedes repräsentierenden Miet-Appartements empfangen in glänzendem Schwarz, das mit edel schimmerndem Silber kontrastiert. Skulpturale Möbel, indirektes, atmosphärisches Licht und eine innovative Entertainment-Technologie lassen den Aufenthalt in den Langzeitapartments zu einem entspannenden und erholsamen Wohnerlebnis für die Sinne werden. Noch 2016 sollen in Singapur neun weitere Mercedes-Appartements nach gleichem Muster entstehen. Vom Erfolg dieser beiden Pilotprojekte wird es abhängen, ob Mercedes seinen Stern auch in anderen Städten über weiteren Luxusherbergen aufgehen lassen wird.


©Christian Kretschmar

Wie ein Ölscheich logieren
Vergangenen Dezember eröffnete in Dubai das Luxushotel St. Regis – in vielen Bereichen ein Haus der Superlative. Mit der nun eröffneten „Sir Winston Churchill Suite“ wird die Latte im Reich der Beherberungsbetriebe für Geldmagnaten noch einmal höher gelegt. Ab sofort können Gäste, die mindestens 18.000 Euro pro Nacht aufbringen können, in dem Hotel in der Al Habtoor City Exklusivität in neuen Dimensionen genießen: Die 913 Quadratmeter große Suite ist die größte der insgesamt 52 luxuriösen Suiten des Hotels und damit sogar größer als der 800 m2 umfassende Ballsaal Astor des Hauses. Sie bietet ein großes Wohnzimmer, ein Esszimmer mit zwölf Plätzen für formelle Anlässe, ein elegantes Arbeitszimmer, eine Lounge zum Entspannen und ein sogenanntes Majlis, ein geräumiges Privatzimmer, das sich hervorragend für Meetings und kleine Konferenzen eignet.
Ergänzt wird das Raumangebot um ein großes Schlafzimmer, in direkter Verbindung zu einem großzügig geschnittenen Badezimmer mit freistehender Badewanne und daran angrenzende begehbare Ankleideräume, jeweils für Damen und Herren getrennt. Für den Reiseanhang stehen zwei zusätzliche Schlafzimmer – eines mit Kingsize-Bett, eines mit Twin-Bett – mit jeweils eigenem Badezimmer zur Verfügung.
Das Prunkstück der Suite ist die innenliegende, majestätische Wendeltreppe, die zur zentralen Kuppel des Hotels führt, wo ein kleiner Pool einen spektakulären Panoramablick über die Gärten des Hotels und die Umgebung bietet. Dekoriert ist die Suite, deren Design nach Meinung von Randolph Churchill, dem Urenkel des großen Staatsmannes, dem anspruchsvollen Geschmack seines Vorfahren entsprechen soll, mit einer Sammlung von 15 Gemälden und Kunstwerken aus den Churchill-Archiven. Darunter Porträts und Fotografien des legendären Politikers, von ihm selbst angefertigte Gemälde und eine gut erhaltene kubanische Corona Zigarre, einst im Besitz von Churchill. Geschichte(n) aus Tausend und einer Nacht – Realität geworden in Dubai.


©The St. Regis Dubai

Differenzierung zur Luxusmarke
Ebenfalls im Appartementbereich tätig ist The Ascott Limited, die in ihrem Portfolio weltweit über 28.000 Serviced Residences führt. Im Luxussegment positioniert sich das Unternehmen nun mit der neuen Marke „The Crest Collection“, unter der vier luxuriöse Serviced Residences in Paris und Bangkok betrieben werden.
Jedes der Häuser zeichnet sich durch seinen einzigartigen Charakter aus, der sich aus der besonderen Lage, Geschichte und Architektur ergibt. Anspruchsvollen Reisenden wird dort ein Standard geboten, der neben sehr geräumigen und komfortablen Apartements auch persönlichen Service bietet.
Unter der neuen Marke werden das neue „Metropole“ in Bangkok (Eröffnung Juni 2016), sowie drei Häuser der bisherigen Marke Citadines Suites in Paris geführt werden. Diese wurden im Zuge der Markteinführung von The Crest Collection in „La Clef Louvre Paris“, „La Clef Tour Eiffel Paris“ und „La Clef Champs-Elysées Paris“ umbenannt. Die Eröffnung von Letzterem ist für 2018 geplant.
Jedenfalls stehen bei The Ascott alle Weichen weiter auf Expansion: Seit dem Start eines entsprechenden Programms hat das Unternehmen weltweit in die Renovierung von 45 Objekten (darunter die 23 Citadines-Häuser in Europa) rund 150 Millionen US-Dollar investiert.


©Fabrice Rambert

Text: Walter Laser

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Kategorie: Magazin

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