Gourmetgenuss auf 3048 Meter

22. September 2014 Mehr

 

IceQ-Lounge und -Restaurant / Gaislachkogl / Sölden
Das Bauen im alpinen Raum ist aufgrund der vielen Einflussgrößen wie Topografie, Wetterlage und Baulogistik schon im Normalfall eine beachtenswerte Herausforderung. Wird es dann aber auch noch hochalpin und betrifft den Fremdenverkehr mit seinen Saisonen, lässt sich der Schwierigkeitsgrad kaum noch weiter steigern.

In Sölden am Gaislachkogl ist nun in 3040 Meter Höhe eines dieser spektakulären Projekte realisiert worden. Im Mai 2013 wurde dort eine Aussichtsplattform abgebaut und unter der Leitung von Architekt Johann Obermoser das imposante Design-Restaurant IceQ errichtet. Innerhalb von sechs Monaten wurden so ein Restaurant mit 100 Sitzplätzen und eine Lounge-Bar mit 40 Plätzen geschaffen. 
Das gesamte Bauwerk ruht dabei auf nur drei höhenverstellbaren und hinterlüfteten Fundamenten im sensiblen Permafrostbereich. Die Hinterlüftung soll dabei das gefrorene Felskonglomerat erhalten, im Bedarfsfall kann über die Justiermöglichkeit ein nachträglicher Höhenausgleich erfolgen.
Aber nicht nur die Beschaffenheit des Untergrunds sondern vielmehr die Materialbeschaffung und Projektumsetzung innerhalb kurzer Zeit erforderten planerische und bautechnische Spitzenleistungen. So galt es neben der Höhenluft auch extrem steile Bergstraßen zu überwinden und den Baustellenablauf trotz enger Platzverhältnisse zu bewerkstelligen. Die hochalpine Lage der Baustelle und der enge Zeitplan bestimmten letztendlich auch die Arbeitszeiten auf der Baustelle: Von Sonnenaufgang bis spät in die Nacht wurde an sieben Tagen die Woche gearbeitet.

Gläserne Skulptur
Das Ergebnis dieser Bemühungen ist sehens- und erlebenswert: Ausgeführt wurde das Bauwerk aus Stahl, Holz und Glas, wobei vor allem die spektakuläre Glasfassade mit einer Fläche von 900 m2 dem Projekt in dieser Höhe und Lage ein einzigartiges Erscheinungsbild verleiht. Beim Entwurf der nun realisierten gläsernen Gebäudeskulptur orientierte sich der Architekt an gestapelten Eisblöcken. Aus dieser Idee entwickelten sich die gläserne Hülle des Bauwerks und auch weit auskragende Gebäudeteile mit Sonnenterrassen und die frei zugängliche Aussichtsplattform am Dach, die über eine Hängebrücke mit dem Gaislachkogl verbunden ist. So bietet sich mehrfach eine 360 Grad Rundumsicht in die Gletscher und die imposante Bergkulisse.
Den Innenraum dominieren erwartungsgemäß heimische Materialien wie Naturstein vom Gletscher und Massivholz für Möbel, Wand-, Boden- und Deckenverkleidungen. Im Mittelpunkt steht dabei das alpine Erleben in einem einzigartigen Rahmen: sowohl die Natur als auch die Kulinarik betreffend. Und für beides bietet die neue Location beste Voraussetzungen.

Wein-Hoch-Zeit
Als kulinarischer Gipfeltreff vereint das Restaurant „Alpine Cuisine“ und gehobene Weinkultur in einem harmonisch-inspirierenden Ganzen. Auf der Speisekarte finden sich Edelprodukte aus der alpinen Welt, die begleitet von Weinraritäten echte Gourmets überraschen. 
Ein ganz besonderer Tropfen ist der PINO 3000, der kraftvolle Drei-Länder-Wein, der hier am Gaislachkogl im eigens dafür geschaffenen Fassweinkeller reift. Die Basis dafür bilden deutsche Weingärten am Kaiserstuhl, Pinot Noir-Rebstöcke im burgenländischen Gols und Südtiroler Weinhänge in Eppan – jeweils zwei kleine Barrique-Fässer des besten Pinot Noirs aus den drei Weingütern werden in Südtirol zusammengeführt und gehen dann auf die Reise nach Sölden, wo der Wein unbeeinflusst von den Jahreszeiten bei gleichmäßig kühlen Temperaturen mindestens drei Jahre lang reift.

IceQ
Sölden
Bauherr: Ötztaler Gletscherbahn
Betreiber: Skiliftgesellschaft Sölden-Hochsölden GmbH
Restaurant: 100 Innensitzplätze
Terrasse: 70 Sitzplätze
Lounge-Bar: 40 Plätze
Multimediaraum: 80 m2
Bauzeit: Juni bis Dezember 2013
Baukosten: 4 Mio. Euro
Architektur: obermoser arch-omo zt gmbh / Innsbruck
Architekt: Johann Obermoser

Text: Walter Laser

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Kategorie: Magazin, Projekte

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