Licht(-Kultur) für das Wohlbefinden der Gäste

16. Juni 2017 Mehr

Im Hotel- & Gastronomie-Bereich werden mittlerweile zur Grundbeleuchtung vorwiegend Energiesparlampen und zur Akzentbeleuchtung Halogenlampen bzw. Hochdrucklampen (Hallen) eingesetzt. Übliche, bisher eingesetzte Beleuchtungskörper sind vor allem Spots, Stromschienen mit Strahler, Wandfluter, Einbauleuchten, Wandleuchten, Raster-Einbauleuchten, Pendelleuchten. Aufgrund der typischerweise hohen Brenndauer im Hotel-/Gastrobereich wird der LED/OLED-Anwendung hier in den nächsten Jahren eine große Bedeutung zukommen.

Licht im Hotelbau
Licht schafft Atmosphäre, Licht erzeugt Stimmung und lädt zum Verweilen ein. Die richtige Beleuchtung mit künstlichem Licht bestimmt maßgeblich das Wohlempfinden und die Zufriedenheit der Gäste: Im Eingangsbereich, im Foyer oder im Restaurant wird der Gast bereits mit einem stimmungsvollen Licht-Ambiente empfangen. Sehr gut kann man das am Beispiel des luxuriösen Apartment- und Hotelkomplexes OVO Wrocław im polnischen Breslau beobachten. Philips Lighting hat ihn mit einem dynamischen LED-Beleuchtungssystem ausgestattet. Das Gebäude ist mit linearen LED-Leuchten von mehr als einem Kilometer Länge, 8.500 Innen- und Außenleuchten sowie 6.750 ferngesteuerten LED-Modulen ausgestattet. Die weiße Fassade ist mit einer Linear-Außenleuchte von mehr als 300 Metern Länge versehen – sie sorgt für die dezente Gebäudeverzierung.

Die Innenbereiche sind mit Deckenleuchten, Einbau­strahlern, Rasterleuchten und Downlights ausgestattet. Diese lassen sich per Computer steuern, sodass die Lobby, die Rezeption, der Festsaal, das Restaurant oder das Foyer in Sekundenschnelle durch spezielle Lichteffekte komplett umgestaltet werden können. Die Lobby, das Restaurant und der Festsaal sind zudem mit maßgeschneiderten Deckenleuchten versehen, die in eigens geformte Stuckelemente eingefasst wurden. Die Leuchten, die einer Vulkanöffnung nachempfunden sind, enthalten insgesamt 6.750 LED-Module.

Die Innenbeleuchtung wird über sogenannte Bedien­elemente gesteuert. Mithilfe verschiedener Licht­szenen kann die Beleuchtung aller Räume durch die Berührung eines LCD-Touchscreens in real-time an jeden Anlass angepasst werden. Für Gebäudemanager sind zudem personalisierte Bedienoberflächen und Fernzugriffsmöglichkeiten verfügbar.

Die öffentlich zugänglichen Gebäudebereiche sind in ein warmes Licht mit Farbtemperaturen von 2.700-3.000 K getaucht. In Bereichen, die für Gäste nicht zugänglich sind, wurden Leuchten mit einer aktivierenden, natürlich weißen Farbtemperatur von 4.000 K
angebracht. Durch die Verwendung der LED-Beleuchtungssysteme anstelle von herkömmlichen Beleuchtungsprodukten kann der Energieverbrauch in den öffentlichen Bereichen des OVO Wroclaw-Gebäudekomplexes um bis zu 60 % gesenkt werden.

 

 

Licht zum Sehen
Hotelbadezimmer sind meistens fensterlose Räume. Untersuchungen belegen jedoch, dass Gäste im Hotel kein „Schattendasein“ im Bad wünschen. Die helle, blendfreie Beleuchtung im Bad steht ganz oben auf der Liste der Erwartungen.

Lichtinstallation und Lichtwirkung sollten daher sorgfältig auf das gesamte Einrichtungskonzept abgestimmt sein, denn letztendlich nützt die schönste Badausstattung wenig, wenn sie nicht durch effektvolle Beleuchtung zur Geltung gebracht wird. Das Make-up oder die Rasur erfordern tageslichtähnliche Verhältnisse. Künstliches Licht hat jedoch nicht das gesamte Wellen- und damit Farbspektrum des Sonnenlichtes. Je nach Leuchtmittel bewegt sich das Farbspektrum mehr im roten oder mehr im blauen Bereich. Diese Lichtfarben werden vom Auge zwar nicht bewusst wahrgenommen, bestimmen aber wesentlich die Wirkung des gesamten Raumes.
Rottöne werden als warm und anheimelnd empfunden, blaue dagegen wirken kühl und sachlich. Im Hotelbad sollten deshalb Leuchtmittel im roten Farbbereich eingesetzt werden, die dem Raum eine einladende Atmosphäre verleihen.

Grundsätzlich sind mehrere schwächere Lichtakzente im Raum vorteilhafter als eine einzige Lichtquelle. Wird nur eine einzelne Lichtquelle beispielsweise in Form einer Deckenleuchte eingesetzt, muss die Leuchtdichte für die Allgemeinbeleuchtung entsprechend hoch sein. Dadurch können am Spiegel störende Blendungen und harte Schlagschatten entstehen. Neben der allgemeinen Deckenbeleuchtung sollten deshalb immer auch Wand- oder Spiegelleuchten am Waschtisch vorgesehen werden. Die Leuchtdichte kann dadurch geringer gewählt werden, um Blendung zu vermeiden.

Ebenso entscheidend ist die Lage der Leuchte zum Betrachter, die Helligkeit des Umfeldes und des Hintergrundes. Blendung kann beispielsweise auch durch Reflexe auf glänzenden Flächen entstehen. Deshalb müssen auch die sogenannten „Reflexionsgrade“ aller Flächen im Bad mit der Beleuchtung abgestimmt werden. Eine glatte, weiße Fläche beispielsweise reflektiert etwa 80% des Lichtes, das auf sie gerichtet ist, während eine helle Holzverkleidung nur 50% des Lichtes reflektiert.

Wandleuchten, die rechts und links neben oder auf der Spiegelfläche angebracht werden, erzielen ein gleichmäßig blend- und schattenfreies Ausleuchten aller Gesichtspartien. Spiegelleuchten mit einer Opalglas­abdeckung z. B. gewährleisten eine besonders gleichmäßige Verteilung des Lichtes. Eine wirkungsvolle Allgemeinbeleuchtung erzielen passende Deckenleuchten.

 

 

Innovation am Boden
Mit Licht lässt sich auch der Boden besser denn je für Werbe-, Leit- und Kommunikationszwecke verwenden. Deshalb haben führende Hersteller aus der Licht- und Bodenbranche nun gemeinsam einen  speziellen Belag entwickelt, in dem modernste LED-Technologie eingebettet ist. Der neue Vinylbodenbelag ist hauptsächlich für Anwendungen im Einzelhandel und in der Gastronomie vorgesehen. Licht wird auch in zunehmendem Maße in Böden, Wände und Decken eingebettet und bietet so – sowohl am Boden wie an der Wand – die Möglichkeit, leuchtende Nachrichten, Animationen und Werbebotschaften zu vermitteln.

Der „Luminous“ genannte, leuchtende Vinylbodenbelag ist in vielen Dekors und modernen Oberflächen erhältlich, zum Beispiel in Holz-, Mineraleffekt- und grafischen Designs. Das lichtdurchlässige Material der Oberfläche lässt den Bodenbelag je nach gewünschtem Effekt oder Anlass dezent schimmernd aufleuchten. Die vernetzten LEDs im Bodenbelag sowie die darzustellenden Motive lassen sich per Smartphone oder Mausklick vorprogrammieren oder personalisieren. Auch Internet-Inhalte lassen sind in Echtzeit darstellen, da sich das Cloud-basierte Content-Management-System mit einem externen Social-Media-Kanal wie einem Twitter-Feed verbinden kann.

Diese jüngste Innovation bietet neue Möglichkeiten, Käufer, Besucher und Mitarbeiter anzusprechen. Licht kann genutzt werden, um – speziell in der Hotellerie – Menschen zu begrüßen und zu leiten.

 

Text: ©Peter Reischer

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Kategorie: Allgemein, Magazin

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