Angespannte, unsichere Situation für Betriebe – Konkrete Hilfe nötig

7. April 2020 Mehr

Angespannte, unsichere Situation für Betriebe – Konkrete Hilfe nötig

Das Coronavirus ist eine Vollbremsung für den heimischen Tourismus, der binnen kürzester Zeit auf null zurückgefahren wurde.

 

Betriebe

Petra Nocker-Schwarzenbacher, Foto:©tom mesic

 

Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist der Meinung, dass auch wenn derzeit noch viele Gebiete in der Nebensaison sind,  jetzt für zahlreiche Betriebe, z.B. Stadthotellerie, Thermen, etc., Beginn der Hauptsaison wäre. Die unsichere Situation belastet alle Unternehmerinnen und Unternehmer enorm. Momentan sind alle Tourismus- und Freizeitbetriebe im Ruhe- und Überlebensmodus, die Situation für die Unternehmen spitzt sich aber immer mehr zu. Obfrau Nocker-Schwarzenbacher betont, dass Stornierungen für Mai und Juni bereits an der Tagesordnung sind, in der normalerweise buchungsstärksten Zeit für Hotellerie und Reisebüros. Umso wichtiger ist es jetzt, den zukünftigen Gästen beim Buchen durch maximale Flexibilität größtmögliche Sicherheit zu geben, etwa durch kurze Stornofristen für den Fall einer Neubuchung. Zusätzlich soll jetzt verstärkt auf inländische Gäste gesetzt werden. Die Österreich Werbung wird dieses Jahr alle verfügbaren Kapazitäten auf die Bearbeitung des heimischen Marktes fokussieren, denn der wird für heimische Betriebe der erste stabile Anker nach der Krise sein.

 

Konkrete finanzielle Unterstützung vom Krisenfonds würde Tourismusbetrieben helfen

Gerade im Tourismus ist die Sicherung der Liquidität entscheidend, um über die kommende Durststrecke zu kommen. Viele Hoffnungen liegen auf dem mit 15 Mrd. Euro dotierten Krisenfonds der Bundesregierung, der heute präsentiert werden soll. Es werden keine Überbrückungskredite erhofft, sondern finanzielle Unterstützung für Tourismusbetriebe, die das langfristige überleben sichern ohne Rückzahlungen zu befürchten. Konkrete Beispiele wie etwa eine Rückerstattung der Fixkosten für Tourismus- und Freizeitbetriebe, eine Lösung auf europäischer Ebene für die Rückerstattung für Flugtickets, die jetzt in einigen Mitgliedsstaaten immer öfter nicht EU-rechtskonform abgehandelt wird und die Reisebüros in ärgste Bedrängnis bringt, oder auch Unterstützung von Schaustellern, die nach der Wintersaison das Einkommen für das ganze Jahr aufgrund des Fehlens von Großveranstaltungen und Volksfesten vermissen. Die Abdeckung der Betriebskosten, wie Versicherungen, Steuerberatungskosten, Wartungsverträge, Überprüfungen, die weiterhin zur Gänze anfallen und sehr viele Ausgaben ohne jegliche Einnahmen bedeuten, müssen kompensiert werden.

Klar sei schon heute, dass es unzählige Geschäftsbereiche geben wird, die nach der Krise mit „soft openings“ starten werden. Viele Betriebe werden nicht von Anfang an mit hundert Prozent der Belegschaft ihre Geschäfte eröffnen können, weil die Saison später und mit Einschränkungen anlaufen wird. Allerdings benötigen auch viele Unternehmen von Beginn an mindestens 50-60 Prozent der Mitarbeiterkapazitäten, um überhaupt aufsperren zu können. Nocker-Schwarzenbacher betont, dass hier die Gästenachfrage Hand in Hand mit einer Steigerung der Mitarbeiteranzahl und deren Arbeitszeit einhergehen, damit die Unternehmen – angepasst an die wirtschaftliche Situation des jeweiligen Betriebs – wieder hochfahren können.

Die Tourismus-Obfrau zeigt sich überzeugt, dass die wirtschaftlichen Folgen der momentanen Ausnahmesituation die touristischen Betriebe auf viele Jahre beschäftigen werden, denn selbst wenn der Tourismus wieder anzieht, wird es vier bis fünf Jahre dauern, bis wirtschaftlich wieder dort angeschlossen werden kann, wo es vor Corona war. Nun bleibt zu hoffen, dass nach Ausgangssperren und der Einschränkung der Reisefreiheit das Bedürfnis nach Urlaub wieder groß sein wird.

 

Quelle:©www.tourismuspresse.at

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Kategorie: Allgemein, Nachrichten, News

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