Zitate aus Mailand – Peck in der Via Spadari

12. Juni 2019 Mehr

Feinkostladen Peck

Seit 1883 besteht der Feinkostladen Peck in der Via Spadari in Mailand. Heute gilt Peck in Italien und weit darüber hinaus als Genusstempel italienischer Haute Cuisine und besitzt Satellitenniederlassungen in Japan, Singapur, Südkorea und Taiwan.

 

 

Erstmals in unmittelbarer Nachbarschaft des Stammhauses eröffnete nun ein neuer Standort im Mailänder Hochhaus CityLife. Das von Vudafieri-Saverino Partners konzipierte Interior Design ist zugleich Basis künftiger Peck-Rollouts.
Die Herausforderung bestand, so Leone Marzotto, CEO des Familienunternehmens, vor allem darin, „unsere extrem hohen Ansprüche an Qualität und Service und unsere Leidenschaft einer neuen Kundenschicht näher zu bringen: Mit zeitlosen Innovationen, die keinen Trends hinterherjagen oder Modeerscheinungen aufgreifen, die schnell wieder vergehen.“ Das neue Peck befindet sich in einem rund 300 m² großen organisch geformten Pavillon, zentral am Eingang zum Einkaufsviertel CityLife und ist in zahlreichen unaufdringlichen Zitaten als Tribut an Mailand und an die Nachkriegszeit gestaltet. Also an jenen Ort und jene Zeit, in der sich die Legende von Peck etablierte.
Der Boden orientiert sich an Ceppo di Gré, ein in der Region vorkommendes Gestein mit großen Gerölleinschlüssen. Die abgehängte Holzdecke zitiert die Villa Necchi Campiglio des Mailänder Architekten Piero Portaluppi und die Streben, die die Regale halten, können als Hommage an die Torre Velasca gelesen werden, jenes markante, von BBPR entworfene Hochhaus südlich des Mailänder Domes. Die dekorativen Lampen mit ihrem modernen, postindustriellen Look erinnern wiederum an die ästhetische Tradition der Mailänder Paläste.

Funktional präsentiert sich die Fläche als Hybrid aus Bar, Restaurant und Feinkostladen mit einer großen, hell erleuchteten Theke als einladende Geste im Eingangsbereich und 70 Sitzplätzen, verteilt in dem lang gestreckten und durch Pfeiler und Bögen strukturierten Raum. Klapptische an der Theke und eine Reihe versenkbarer Tische im Restaurantbereich ermöglichen zudem eine alternative Bespielung des Raums. In ihrem Rauten-Design fungieren die Tischflächen – ebenso wie die tiefergehängte Holzdecke in Rauten-Maschen-Form – als Hommage an die architektonische Ästhetik der Stadt. Selbst die Musik, für die Mailand international bekannt ist – man denke nur an das bekannte Opernhaus – findet als Designzitat ihren Platz. Wie einzelne Noten bilden ausgewählte Flaschen in den Regalen an der Weinbar eine Metrik, die sich zur Gesamtkomposition zusammenfügt. Schlussendlich wird aber auch auf das historische Peck selbst verwiesen. So sind etwa die blau-weißen Fliesen in der Küche dieselben wie in der Küche der Via Spadari. Und die Bar der Cocktailstation ist mit handbemalten Porzellanfliesen überzogen, die eine historische Fotografie des Peck-Hauptsitzes in der Via Spadari aus den 1950er Jahren wiedergeben. Gemeinsam mit ikonischen Materialien, wie Holz, schwarzem Eisen und Kupfer, fügen sich vertraute Elemente des historischen Feinkostladens zu einem zeitgenössischen Ambiente, das das Potenzial hat, auch außerhalb Italiens Mailänder Flair in die Läden zu bringen.

 

Fotos:©Peck, Nathalie Krag & Santi Caleca

Text:©Heidrun Schwinger

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Kategorie: Projekte

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