Kulinarisches Stationentheater – Enigma

13. November 2017 Mehr

Mit „Enigma“ (dt.: Rätsel) hat der katalanische Küchenchef Albert Adrià in Barcelona ein weiteres, völlig neues Restaurantkonzept verwirklicht: eine kulinarische Reise, von Raum zu Raum, von einem Geschmackserlebnis zum nächsten.

 

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Die Reisevorbereitungen begannen bereits vor mehr als sechs Jahren. Im Jänner 2011 schloss Adrià sein „elBulli“ in der Avida Paralelo, Barcelona und eröffnete hier die Cocktailbar „41°“ mit einem Team von 19 Personen für gerade einmal 16 Gäste. Im November 2013 wurde das Konzept, das die Kombination von Cocktails und Snacks in den Fokus stellt, von Michelin mit einem Stern ausgezeichnet und im April 2014 als eines der besten 100 Restaurants weltweit bezeichnet. Doch im August 2014 schloss Adrià das in seinen Dimensionen und damit auch seiner Weiterentwicklung beengte Lokal und machte Platz für „Tickets“, wo er vor allem Desserts und Süßspeisen anbot. Im Jänner 2017 knüpfte der Gastronom aber erneut an das erfolgreiche Konzept von „41°“ an und baute es weiter aus um „Enigma“ zu eröffnen.

„Tickets“, „Pakta“ und „Hoja Santa“ bilden gemeinsam mit „Bogeda 1900“ und „Niño Viejo“ das Restaurantensemble „elBarri“, und liegen innerhalb eines Radius von wenigen Hundert Metern mitten in Barcelona. Rund drei Millionen Euro soll Ariá nun in „Enigma“ investiert haben. Mehr als 700 Quadratmeter Fläche werden hier für gerade einmal 28 Gäste gleichzeitig bespielt. Was sich dahinter verbirgt, ist durchaus „enigmatisch“.
Will man diesem Rätsel auf den Grund gehen, heißt es zunächst einmal Warten, denn die international gehypte Location ist äußerst begehrt. Gelingt die Reservierung, so erhält der Gast einen Code, den er dann in ein Kästchen an der Straßenecke vor dem Eingang eintippt. Erst dann öffnet sich das Tor zur ganz persönlichen kulinarischen Reise.
Diese beginnt in einem langen, geschwungenen Gang, in diffusem Licht und allein. Mitarbeiter, in Grau gekleidet und damit fast eins mit dem steinfarbenen Empfangsraum, besprechen dann allfällige Unverträglichkeiten, Allergien oder Abneigungen. Erst danach folgen die ersten Speisen und Getränke, teils entgiftend, teils vertraut, teils aus verschiedenen Aromen komponiert, ungewohnt und aufregend.
Ein Team von 30 Personen bereitet und serviert hier eine Folge von rund 40 verschiedenen Kreationen und begleitet den Gast abwechselnd durch die Nacht, lädt ihn ein, zu entspannen und zu genießen. Dabei lernt jeder Gast einen Großteil des gesamten Teams kennen und baut so auch eine ganz persönliche Beziehung zu „Enigma“ auf.
Die Fläche selbst ist in sieben Bereiche unterteilt, die in unterschiedlicher Reihenfolge, zur Gänze oder nur wahlweise bespielt werden können. Der Gast bewegt sich hier wie bei einem Stationentheater von Raum zu Raum. Aufgrund dieser Bewegung ist auch die Zeit der jeweiligen Reservierung stets einzuhalten.
Gemeinsamer Treffpunkt ist dann die Feuerstelle. Hier kommen Team und Gäste an einem gemeinsamen Tisch zusammen, an dem auch gegrillt und gekocht wird. Küchenblock, Tisch, Boden, Wand und Decke gehen ineinander über, changieren in Grau- und Silbertönen und wirken gemeinsam fast wie eine Höhle beziehungsweise das Innere eines Eispalasts oder Wasserfalls.
Basis für die räumliche Umsetzung war ein Aquarell des Architekten Pau Llimona. Dieses wurde genau nach Vorlage, jedoch überdimensional, auf die riesige Fläche aus gesintertem Stein übertragen und in Farbe und Intensität mit allen anderen Materialien, Textilien und Plexiglas abgestimmt. Für das gesamte Ambiente, vom Raum- über das Lichtkonzept und die Einrichtung bis hin zur Musik und der Kleidung der Mitarbeiter zeichnen die Pritzker Preisträger RCR Arquitectes verantwortlich, die seit Anfang 2000 mit Albert Adrià zusammenarbeiten und seit sechs Jahren auch intensiv an den anderen Konzepten beteiligt sind, die gemeinsam „elBarri“ bilden.
Es ist eine unwirkliche, phantastische Welt, die den Gast hier umspielt – minimalistisch und märchenhaft zugleich, spektakulär in ihrer Andersartigkeit und dabei so zurückhaltend, dass alle Sinne auf das Wesentliche fokussiert sind: das sich selbst stets neu erfindende Kulinarium des Albert Adrià.

Die Reisevorbereitungen begannen bereits vor mehr als sechs Jahren. Im Jänner 2011 schloss Adrià sein „elBulli“ in der Avida Paralelo, Barcelona und eröffnete hier die Cocktailbar „41°“ mit einem Team von 19 Personen für gerade einmal 16 Gäste. Im November 2013 wurde das Konzept, das die Kombination von Cocktails und Snacks in den Fokus stellt, von Michelin mit einem Stern ausgezeichnet und im April 2014 als eines der besten 100 Restaurants weltweit bezeichnet. Doch im August 2014 schloss Adrià das in seinen Dimensionen und damit auch seiner Weiterentwicklung beengte Lokal und machte Platz für „Tickets“, wo er vor allem Desserts und Süßspeisen anbot. Im Jänner 2017 knüpfte der Gastronom aber erneut an das erfolgreiche Konzept von „41°“ an und baute es weiter aus um „Enigma“ zu eröffnen.

 

ENIGMA

Adresse:         Carrer de Sepúlveda, 38-40, 08015 Barcelona, Spanien, www.enigmaconcept.es

Bauherr:         Albert Adrià
Planer:            RCR Arquitectes / Pau Llimona
Fläche:            ca. 700 m²

Fertigstellung:     Jänner 2017
Investition:          rund 3.2 Mio. Euro

Fotos: ©Pepo Segura

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Kategorie: Projekte