AHEAD Asia Award – Award for Hospitality, Experience and Design

26. Mai 2017 Mehr

Mit Awards und Ehrungen in der Architekturszene – und dazu gehört auch der Hotelbau weltweit – ist das immer so eine Sache: Irgendwer ist immer beleidigt, gekränkt oder fühlt sich übergangen. Aber abgesehen von der Sinnhaftigkeit solcher Preise sind diese Veranstaltungen sehr informativ: Sie zeigen, was man in anderen Ländern anders macht, wo man vielleicht etwas für den eigenen Standort lernen kann und auch, wohin sich die Branche entwickelt.

Die Hotelindustrie befindet sich in einer dynamischen Wachstumsperiode. Internationale Gruppen kaufen laufend neue Brands und Kollektionen für ihr Portfolio, während sich unabhängige Hotels in ihren Städten und Ressorts selbst vermarkten. Die Projekte sind komplex: Investoren, Developer, Besitzer, Betreiber, Architekten, Designer, Auftragnehmer und -geber sind ständig mit der Schaffung neuer Hotels befasst.
Der AHEAD (Award for Hospitality, Experience and Design) zelebriert die gnadenlose Jagd nach dem Besonderen in der Hotelbranche, indem die verschiedensten Arten des Hoteldesigns, aber auch die Erfahrungen der Gäste weltweit gezeigt und bewertet werden. Eingereicht werden Projekte dafür von Hotelbesitzern, Entwicklern, Architekten, Designern und der ausführenden Industrie aus der ganzen Welt.
Der Ablauf selbst erfolgt in einem eher komplizierten Verfahren. Der AHEAD findet immer in acht regionalen Ereignissen im Lauf von zwei Jahren statt: 2017-18 zelebrieren Asien, Europa, Amerika und MEA (Middle East & Africa) die herausragendsten Beispiele der jeweiligen Region. Die Gewinner aus der Region „Asia“ stehen seit 7. März dieses Jahres fest, wo in einer festlichen Zeremonie in Singapur im Capitol Theatre in einer langen Reihe von Kategorien die Preisträger gekürt wurden. Dieses Event war das erste der acht regionalen Events, die rund um die Welt in den kommenden zwei Jahren stattfinden werden. Diese Hetzjagd endet im Jahr 2019 in einer „Global Biennale“, bei der die regionalen Gewinner um die endgültige Entscheidung in den Kategorien kämpfen werden.

Beim AHEAD Asia Award war nach Aussage von AHEAD Direktor Matt Turner diesmal die Entscheidung der Juroren aufgrund der außergewöhnlich hohen Qualität sämtlicher Einreichungen, besonders schwierig. Nachfolgend ein Überblick über die Gewinner:

 

Kategorie Bar, Club & Lounge


In dieser Kategorie wählte die Jury das Projekt der „Akademi at Katamama“, Seminyak, Bali, zum Gewinner. Besonders gelobt wurde die Neuinterpretation der traditionellen Lobby und deren Funktion und Nutzung sowohl als Ort des Lernens (für Barkeeper) und Treffens, als auch um einen Drink zu sich zu nehmen. Die Gestaltung der Bar beruht auf dem Prinzip einer durchgehenden Formensprache, in diesem Fall das Quadrat oder der Kubus. Dies bringt eine ruhige, leicht „verdaubare“ Atmosphäre mit sich. Aufgelockert wird das Design durch diverse Kakteen im Hintergrund, gelernt und gelesen wird unter Retrolook-Lampen mit grünen Glasschirmen.

 

Kategorie Gästezimmer


Das „Akyra Manor Hotel“ in Chiang Mai, Thailand, wurde wegen seiner Gästezimmer in dieser Kategorie zum Sieger gekürt. Die klare, saubere Linie, das urbane Gefühl und der interessante Gebrauch von FF&E (Furniture, Fixtures and Equipment), um den Gästen eine einzigartige Innen/Außenwahrnehmung zu geben, überzeugte die Jury. Die frei stehenden Badewannen, auf Rundkieseln gelagert, hinter raumhohen Verglasungen vermitteln neben den eher intimen, dunkel gehaltenen Schlafbereichen ein Gefühl des Außenraumes im Innenbereich.

 

Kategorie Hotel Renovation & Restoration


Weniger die Zimmer, sondern das Gesamtinterieur des „The Edison George Town“ in Penang, Malaysien, war das Ausschlaggebende für den Sieg in der Kategorie Hotel Renovation & Restoration. Die dezent aufeinander abgestimmten Farben und der respektvolle Umgang mit dem Vorhandenen machen das Hotel sicher zu einem Paradebeispiel einer Renovierung in einem zeitgemäßen Stil.

 

Kategorie Lobby & Public Spaces


Das Projekt des „Four Seasons Hotel“ in Seoul, Korea, besticht wiederum in der Kategorie Lobby & Public Spaces durch die Atmosphäre eines neu interpretierten Heiligtums in der Tradition der koreanischen Kultur, Gäste zu empfangen und willkommen zu heißen. Die Halle mit einem zentralen Feuerplatz ist eine interessante und clevere Verwendung von Raum – modern und ausgeglichen.

 

Kategorie Resort Hotel


Als klassisch, zeitlos und gleichzeitig modern beschrieb die Jury den Eindruck des Resort Hotel „Alila Anji“ in China. Man lobte den ruhigen, stillen sensitiven Charakter des Designs, der einen ziemlich radikalen Einschnitt im Resort-Design für dieses Land bedeutet. Weniger die Superlative als die Großzügigkeit und Weite wirken hier.

 

Kategorie Landscaping & Outdoor Spaces


Die Landschaftsgestaltung rund um das „Keemala“ in Phuket, Thailand, wird jedem Besucher eine bleibende Erinnerung bescheren. Die natürliche Art, wie die einzelnen Appartements, Zimmer oder Lounges in die Natur integriert sind, fasziniert in der Kategorie Landscaping & Outdoor Spaces. Respektvoll, zurückhaltend und doch einzigartig – ein Lehrbeispiel für Bauen im Kontext mit der Umgebung.

 

Kategorie Restaurants


Bei den Restaurants war das „Colony at The Ritz-Carlton Millenia“ in Singapore der Sieger. Eine Schauküche mit luxuriöser Bereitstellung der Nahrungsmittel, direkt neben dem Restaurantbereich, wird wohl bleibende Eindrücke bei den Gästen hinterlassen. Erwähnenswert sind hier die transparenten Raumteiler, die mit Kunst und Bildern vollgehängt, sowohl Sichtschutz wie auch Aufmerksamkeit generieren. Dadurch wird eine jedes Mal aufs Neue ständig wechselnde Erfahrung für die Gäste erzeugt. Das war wohl auch der Grund, dem Hoteldesigner Kerry Hill den Award für Outstanding Execution für dieses Restaurant zu geben.

 

Kategorie Spa & Wellness


Hier ist das „Four Seasons Hotel“ in Seoul, Korea, der überzeugende Sieger. Die Jury zeigte sich vom unverfälschten Bereich des SPA und der Wellness-Möglichkeiten sehr beeindruckt. Der Pool ist sicherlich ein Eyecatcher, aber auch die anderen Zonen sind friedlich und belebend zugleich.

 

Kategorie Suite


Nicht jeder Reisende wird sich die Ambassador Suite im „Grand Hyatt“ in Hongkong leisten können. Aber der Grad der Wohnlichkeit und der Ausstattung ist sicher
(s)einen Preis wert. Die edlen Materialien in Bad und Schlafzimmer, samt dem Ausblick auf den Hafen der Stadt mit der Skyline, wussten zu überzeugen.

 

Kategorie Urban Hotel


In dieser Gattung ist das „Hoshinoya“ in Tokyo, Japan, der klare Gewinner. Es ist eine ästhetische und verblüffende Kombination von Architektur, Urbanität, handwerklichem Können und Interieur, eine moderne Interpretation des traditionellen Ryokan, des japanischen Reisegasthauses.

 

Fotos: ©Courtesy of AHEAD Awards

Text: ©Peter Reischer

 

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Kategorie: Awards/Preise, Projekte

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