Wie Luxus entsteht – 5* Luxushotel The Fontenay

2. November 2018 Mehr

Ein Hotelprojekt in Hamburg hat heuer besonders viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Vier Jahre seit der Grundsteinlegung, rund hundert Millionen Euro Investitionskosten und renommierte Büros wie Störmer, Murphy und Partners für die Architektur und Aukett + Heese für das Interior Design brauchte es bis zur Fertigstellung des 130 Zimmer und Suiten umfassenden Luxushotels. Im März 2018 öffnete „The Fontenay“ unter Führung von Direktor Thies Sponholz seine Pforten.

 

Fontenay

 

Als Bauplatz diente das Areal des früheren Hotels InterContinental, direkt am Ufer der Hamburger Außenalster. Von der 14.000 Quadratmeter großen Grundstücksfläche wurden 10.000 Quadratmeter als Park- und Grünfläche erhalten. Auf der Baufläche selbst vereinen sich 24.500 Kubikmeter Beton, 5.200 Tonnen Stahl und 1.700 Laufmeter strahlend weiße Keramik sowie 14.000 Quadratmeter Glasfläche zu einem achtgeschossigen, wellenförmig geschwungenen Hotelbau mit zentralem Innenhof und imposanten 27 Meter hohem Atrium.

In den oberen Geschossen bieten Gastronomie und Wellness optimale Fernsicht. Zum Spa-Bereich gehören ein zwanzig Meter langer Indoor- und Outdoorpool, die Sonnenterrasse und Sauna, Dampfbad und Eisbrunnen, Fitness-, Ruhe- und Behandlungsräume – auf mehr als 1000 Quadratmetern. Marmor, Holz und Stoffe in dezenter Farbgebung machen Luxus hier ganz unaufdringlich erlebbar.

Ebenfalls in der sechsten Etage befindet sich die Fontenay Bar inklusive Dachterrasse und 320 Grad Blick über Hamburg. In der siebten Etage liegt das Gourmet Restaurant „Lakeside“ mit Private Dining Room und Terrasse. Große Fensterfronten und warme Farbtöne prägen hier das lichtdurchflutete Ambiente. Das Restaurant Parkview, die Atrium Lounge und eine Day Bar im Erdgeschoss sowie eine Bibliothek und ein Smokers‘s Room ergänzen das kulinarische Angebot des Hauses. Für Veranstaltungen stehen vier Räume von 48 bis 220 Quadratmeter Fläche und je vier Metern Höhe zur Verfügung.
Im Foyer stimmt eine Spiegelwand aus 30 jeweils drei Meter hohen Elementen auf die unterschiedlichen Events ein. Ein besonderes technisches Gimmick ist hier ein individuell ansteuerbarer Schrittmotor, der dafür sorgt, dass sich die einzelnen Einstellungen nach einer designten Animation immer wieder verändern und so immer neue Raumeindrücke ergeben. „Ich bin absolut technologiebegeistert“, verrät Interior Designer Christian Meinert von Aukett und Heese: „Und wenn sich das mit Innenarchitektur verbinden lässt, schlägt meine Stunde.“

Wohnen können Gäste ab 355 Euro pro Nacht in einem der dreiundneunzig 43 bis 46 Quadratmeter großen Deluxe Doppelzimmer oder in einer von 17 Suiten, wobei die kleinsten 70, die beiden größten 185 und 195 Quadratmeter Fläche bieten.
In allen Wohnbereichen konnte mit 2,85 Metern eine für Hotelzimmer ungewöhnlich großzügige Raumhöhe umgesetzt werden. Die Ausstattung entspricht unter anderem mit Echtholzparkett, begehbarem Kleiderschrank, Klimaanlage und Balkon dem hohen Standard eines Fünf-Sterne-Superior-Hauses.

Über die besonderen Herausforderungen bei der Einrichtung erklärt Christian Meinert: „In diesem Gebäude steht keine Wand zu einer anderen parallel, die Trennwände in den Zimmern laufen strahlförmig von innen nach außen, die Fassadenwand ist entweder konkav oder konvex – das bedeutet, man kann Pläne nicht einfach spiegeln, sondern es gibt sechs Hauptmittelpunkte, um alle Radien zu vermessen.“ Im Detail bedeutet das auch, dass jede Natursteinplatte in den Bädern einzeln geplant und geschnitten werden musste. Und auch die Teppiche und die meisten Möbel mussten individuell angefertigt werden. Zum anderen bedeutet das aber auch, dass die besondere Geometrie den Raum öffnet, ihn schöner und weiter erscheinen lässt.
Besondere Lösungen erforderte hier auch die Positionierung des Fernsehers. Der 43 Zoll Fernseher, in den Suiten sogar 55 Zoll, inklusive HDMI-Anschluss für Laptop und Tablet, ist auf einer schwenkbaren Metallkonstruktion angebracht. Nun kann man von den zentralen Punkten des Zimmers aus bequem fernsehen, der Bildschirm selbst steht aber nicht im Mittelpunkt des Raumes.
Eine weitere Herausforderung war das Finden des richtigen Farbtons: „Die Grundierung der Zimmer, das gebleichte Holz der Schränke, der Parkettfußboden in hellen Farben brauchen lebendige Akzente, die jedoch nicht im Vordergrund stehen oder polarisieren sollen.“ Die Farbtöne orientieren sich an der Farbgebung von Leder, Marmor, Onyx und Eichenparkett sowie an der Natur entlang der Alster mit ihren unterschiedlichen Grün- und Blautönen. Die Interior Designer entschieden sich für ein Türkis als Mittel aus beiden Farbnuancen. Je nachdem, in welche Richtung das Veloursmaterial gestrichen wird kommen einmal mehr Blau-, einmal mehr Grüntöne zum Tragen.

Das The Fontenay bietet alle Annehmlichkeiten eines Fünf-Sterne-Superior-Hotels. Luxus wird hier einfach gelebt, statt ihn prunkvoll zur Schau zu stellen. Damit entspricht die Definition von Luxus einem modernen Verständnis von Lebensqualität, Platz, Ruhe und Naturverbundenheit – auch im Sinn von Nachhaltigkeit, verbunden mit Selbstverwirklichung und Wertschätzung für die Persönlichkeit jedes einzelnen. „Offen, kosmopolitisch und ausgesprochen gastfreundlich“ soll das Haus, so Direktor Sponholz, fortan seine Gäste in dem Ruhe ausstrahlenden City-Resort willkommen heißen.

 

 

5* Luxushotel The Fontenay

Adresse: Fontenay 10, 20354 Hamburg, D
Bauherr: Kühne Immobilia GmbH Hamburg
Architektur Hochbau: Störmer, Murphy und Partners
Interieur Design: Aukett + Heese

BGF: 18.500 m²
Baubeginn: August 2014
Eröffnung: 19. März 2018
Investition: rund 100 Mio. Euro

Badewannen: Bette GmbH & Co. KG
Kosmetikspiegel, Hocker, Haltegriffe und Accessoires in Edelstahl: Keuco GmbH & Co. KG

 

Fotos: ©The Fontenay

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