Ein Hotel auf Zeitreise – Gloriette Guesthouse

26. Juni 2019 Mehr

Gloriette Guesthouse

Vom Jugendstil inspiriert, der lokalen Bautradition verschrieben und mit vielen charmanten Details versehen, die auf die Sommerfrische-Stationen entlang der Rittner Bahnlinie verweisen, präsentiert sich das Gloriette Guesthouse auf dem Hausberg von Bozen.

 

 

Das Gloriette Guesthouse, das auf dem Ritten, dem Hausberg der Bozner entstand und von noa* – network of architecture geplant wurde, knüpft an die Tradition der Sommerfrische an. Nach dem Komplettabbruch des ehemaligen kleinen Hotelbetriebs Bergfink, der rund um die Jahrhundertwende errichtet wurde, sollte ein neues Schmuckstück entstehen. Realisiert wurde ein Solitär, der vom zeitlos eleganten Jugendstil inspiriert ist und auch lokale Elemente umfasst, so etwa Bögen in der Fassade oder aber das Walmdach, das in Oberbozen Tradition hat. Auch die Raute sollte ihren fixen Platz bekommen, ein dekoratives Element, das an den vielen Bahnwärterhäuschen entlang der Rittner Bahnlinie zu finden ist, die die Sommerfrische-Orte miteinander verbindet. So ziehen sich die zahlreichen Details, deutlich zu erkennen, wie ein roter Faden durch das gesamte Gebäude.

Das Element des Bogens
Interessant ist vor allem die Gliederung des Hotels, das sich den örtlichen Gegebenheiten raffiniert anpasst. Auf der Garage, über der das Gebäude mit insgesamt 25 Zimmern thront, erstreckt sich eine Parkanlage sowie sieben Gartensuiten mit jeweils auslaufenden Privatgärten. Darüber befindet sich der öffentliche Bereich mit Rezeption, Lobby und Restaurant mit vorgelagerter Terrasse, charakteristisch gestaltet mit großen Schwüngen. In den drei darüber liegenden Geschossen sind die Gästezimmer untergebracht und an den jeweiligen Enden die Suiten, die an den Erkern klar erkennbar sind. Ganz oben, klar abgesetzt wirkt der Wellnessbereich des Hauses schon fast wie ein eigener Baukörper. Unübersehbar fließt auch hier wieder das Element des Bogens ein. Auch in den Zimmern findet das Thema des Bogens seine Fortsetzung, so zum Beispiel in den Zimmern als Spiegel, der unten gerundet ist, als Kamin in der Lounge, wo er einmal um die eigene Achse extrudiert wurde, oder als Rückenlehne der Liegen auf der Spa-Terrasse.

Das zeitlose Ambiente
Die Zeitlosigkeit, die die prägenden Jugendstil-Bauten am Ritten mit sich bringen, sollte im Interieur beibehalten und fortgesetzt werden. Die Möblierung ist weitgehend von den Wänden abgesetzt und in den Raum orientiert. Locker positionierte, elegante Polstermöbel werten das Ambiente zusätzlich auf. Darüber hinaus runden ausgesuchte Fundstücke vom Flohmarkt oder aus dem alten Hotel das zeitlose Ambiente ab.
Im öffentlichen Bereich wurde ein fugenloser Harzboden als verbindendes Element gewählt, um den Raum durchgängig fließen zu lassen. In diesem Boden wurden „Inseln“ mit Holzbelag kreiert, die die unterschiedlichen Bereiche der Lounge, das Restaurant und den Spa definieren.
Nicht nur im öffentlichen Bereich, sondern insbesondere in den Gästezimmern und Suiten spürt man bei diesem Projekt den Fokus auf das Interieur. Etwa die Erker der Suiten, die mit eigenen Lounge-Bereichen mit Kamin, freistehender Badewanne oder Sofalandschaften aufwarten. Zoniert werden die Räume durch Raum-in-Raum-Schalen, wobei Wand, Boden und Decke mit dem gleichen Material ausgestattet sind.
Ein Highlight des Hauses – und schon von weithin sichtbar – ist der Wellnessbereich mit dem extravagant auskragenden Outdoor-Pool, der in seiner Gestaltung die Bögen der Fassade (auf den Kopf gestellt) aufnimmt. Auf dem Dach finden sich zudem eine Finnische Sauna und eine Dampfsauna, beide mit spektakulärem Ausblick, sowie Ruhezonen und Rückzugsmöglichkeiten, wie auch ein paar intime Terrassen über den Erkern.

 

 

Gloriette Guesthouse

Ort: Dorf 15, 39054 Oberbozen / Ritten / Italien, www.gloriette-guesthouse.com

Betreiber: Familie Alber
Architektur: noa* (network of architecture)
Interior Design: noa* (network of architecture)

Baubeginn: Jänner 2018
Fertigstellung: Juli 2018

 

Text:©Beatrice Laser

Fotos:©Alex Fitz

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Kategorie: Newsletter, Projekte

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