Online Marketing – So erhöhen Sie Ihren Bekanntheitsgrad

25. Dezember 2018 Mehr

In der letzten Ausgabe ging es um die Frage, wie wir es schaffen können, von unserer Zielgruppe online wahrgenommen zu werden und das bei einem (oft sehr) geringen Marketing-Budget. Ich hatte die einzelnen Schritte einer strategischen Planung kurz skizziert und ein paar Tipps angerissen. Im heutigen Artikel möchte ich auf Letztere detaillierter eingehen. Hier sind meine 5 Tipps, um den Bekanntheitsgrad Ihres Hotels online zu erhöhen:

(1) Lokal gefunden werden
Das kostenfreie Tool Google My Business öffnet für die lokale Suche jedem Hotel und jedem Tourismusunternehmen die Tür zu einer Vielzahl von SEO-Möglichkeiten. Die Wichtigkeit eines Eintrages zeigen neueste Entwicklungen bei Google: Gerade Hotels und Restaurants rücken mit ihren Informationen auf Google Maps immer stärker in den Fokus. Bewertungen sollen bald sogar direkt auf der Karte angezeigt werden. Umso wichtiger, dass Sie Ihren Eintrag bei Google My Business pflegen.
Beanspruchen und bestätigen Sie den Google My Business Eintrag Ihres Hotels. Er fungiert sozusagen als Ihre virtuelle Eingangstür und zeigt den Suchenden wichtige Informationen. Halten Sie diese stets aktuell und sorgen Sie dafür, dass die Angaben mit denen auf anderen Plattformen übereinstimmen.
Lassen Sie die Fragen der Nutzer nicht unbeantwortet. Auch wenn Ihnen das lästig erscheint. Alles, was mit Fragen und Antworten zu tun hat, wird in Zukunft noch wichtiger werden. Dank Sprachassistenten wird ‚Voice Search‘ eines der wichtigsten SEO-Themen in den kommenden Jahren.
Ermutigen Sie Gäste, Bewertungen zu hinterlassen. Und kommentieren Sie diese selbstverständlich. Bedanken Sie sich für positives Feedback und gehen Sie auf Kritik ein. Nutzen Sie die Öffentlichkeit der Plattform, um zu zeigen, dass Sie offen mit Kritik umgehen können.
Fügen Sie hochwertige Fotos und Videos hinzu. Fokussieren Sie sich dabei vor allem auf Content, der Ausstattungsmerkmale zeigt, mit denen Sie sich vom Mitbewerber abgrenzen können.
Neben Google My Business sind auch Einträge bei Bing Places oder anderen lokalen Plattformen wichtig.

(2) Suchmaschinenoptimierung
Suchmaschinenoptimierung hört bei „Local SEO“ natürlich nicht auf. Ihre Inhalte können noch so gut sein. Wenn Sie nicht gefunden werden, gelten sie als nicht vorhanden.
Content Marketing nimmt im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) gerade erst an Fahrt auf. Doch bei der Verbreitung wird die Suchmaschinenoptimierung (SEO) oft vergessen. Stattdessen investiert man lieber in die kostenpflichtige Distribution, was oft nur kurzfristig gedacht ist. Gute Suchmaschinenoptimierung wirkt jedoch mittel- bis langfristig.
Inhalte – gleich ob Texte, Bilder oder Videos – sollten Sie von Anfang an auch suchmaschinenoptimiert erstellen. Doch Vorsicht: Suchmaschinen lassen sich heute nicht mehr austricksen. SEO heißt heute vor allem: aus Sicht des Gastes. Es gibt erste Gerüchte, wonach zukünftig die Verweildauer auf einer Website zur wichtigsten Kennzahl für das Ranking werden könnte. Das heißt: Ihre Inhalte müssen vor allem Ihren Website-Besuchern gefallen. Springen diese schnell ab, ist das für Google ein schlechtes Signal.
Natürlich kommt es auch auf die richtige Technik an. Responsive Design, sehr kurze Ladezeiten, Nutzerfreundlichkeit… all das sind heute wichtige Kriterien für ein gutes Ranking bei Google, Bing & Co. Daher sollten Sie Ihre Website regelmäßig analysieren und überprüfen.

(3) Werbung in der Nische
Die Möglichkeiten bei Google Ads und Bing Ads sind verlockend. Mit Display-Kampagnen erreichen Sie Ihre Zielgruppe entlang der gesamten Customer-Journey. Bezahlte Werbeanzeigen bringen Sie garantiert nach vorne. Doch bei der großen Konkurrenz – insbesondere durch die OTAs – ist es dem Einzelhotel kaum noch möglich, auf die erste Suchergebnisseite zu gelangen. Zudem sind beliebte Keyword-Kombinationen wie z.B. „hotel wien“ nicht gerade günstig.
Mein Tipp: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Nische und nutzen Sie sog. Long-Tail Keywords wie z.B. „tierfreundliches hotel wien wieden dachterrasse“. Diese Keyword-Kombinationen haben oftmals ein weitaus geringeres Suchvolumen, gleichzeitig aber auch eine wesentlich kleinere Konkurrenz. Das Resultat: geringere Treffer, aber weniger Streuverlust und weniger Kosten.

(4) Social Media Marketing
Vielleicht ist Ihre Zielgruppe in den sozialen Netzwerken zu finden… Viele Menschen lassen sich auf Facebook, Instagram oder Pinterest durch Beiträge ihrer Freunde oder Bilder inspirieren. Doch Social Media Marketing bedarf ebenso wie Content Marketing der strategischen Planung. Sinkende Reichweiten werden nicht ohne Grund vor allem von eher „planlosen“ Seiten bemängelt.
Social Media Marketing muss als Teildisziplin der PR-Arbeit ebenso geplant werden wie Werbeanzeigen und Pressemitteilungen. Und dazu gehört eben auch die redaktionelle Planung der Inhalte: Welche Inhalte? Wer ist zuständig? Welche Zeiten eignen sich zum Posten? etc.
Mit strategischer Planung, einem durchdachten Konzept und guten Inhalten erreicht man seine Ziele eher. Weitere Reichweite generiert man mit Werbeanzeigen, die Ihre Bekanntheit steigern. Je genauer die eigene Zielgruppendefinition, desto niedriger sind bei Werbeanzeigen in Social Media die Streuverluste und mit ihnen die Kosten.

(5) Richtig gute Inhalte
Content Marketing ist in aller Munde. Vier von fünf Unternehmen werden in den kommenden Jahren ihr Content Marketing intensivieren. Das heißt aber auch: professionalisieren. Schluss mit witzigen Posts, die mal eben „aus der Hüfte geschossen“ werden. Redaktionspläne sind ja durchaus schon bekannt und werden auch genutzt. Redaktionssitzungen auch noch in fast jedem zweiten Unternehmen. Aber weitere Tools? Oftmals Fehlanzeige.
Content Marketing ist eine der am stärksten wachsenden Kommunikationsdisziplinen. Nicht immer geht es dabei nur um die eigenen Inhalte. Auch sogenannter „user generated content“ (UGC), zu deutsch „nutzergenerierte Inhalte“ oder das Thema Influencer Marketing gehören dazu. Ein schönes Beispiel – wenn auch nicht aus Österreich – ist die Villa Honegg. Ein einziges Video einer brasilianischen Influencerin war derart erfolgreich, dass das Hotel aufgrund des atemberaubenden Pools geradezu überrollt wurde.
Gute Inhalte müssen dabei nicht zwingend teuer produziert werden. Viel wichtiger sind die Geschichten und Emotionen, die transportiert werden sollen. Wer berührt, begeistert, fasziniert und unterhält, dem hört man auch gerne zu.

Fazit
Den Bekanntheitsgrad Ihres Hotels mittels Online Marketing zu erhöhen ist nicht einfacher oder schwerer als andere Marketingziele. Die größte Herausforderung dabei ist die strategische Planung. Ohne Konzept wird’s nichts. Nur wer mit Planung an die Aufgabe heran geht, seine Strategie konsequent verfolgt und mittels Meilensteinen das eigene Konzept immer wieder überprüft, kann seine Ziele auch erreichen. Gute Inhalte sind dabei ebenso wichtig wie die Themen Suchmaschinenoptimierung und Social Media Marketing.

 

Hendele-Thomas

Über den Autor
Thomas Hendele vereint 20+ Jahre touristische Expertise mit 15+ Jahren digitalem Know-How. Mit seiner Agentur ‚some communication‘ berät er seit 2010 Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation. Seine Kunden kommen aus der gesamten DACH-Region und stammen zu 90% aus Hotellerie & Tourismus. Überdies verfasst er Fachartikel, hält Vorträge und ist als Dozent in der Erwachsenenbildung tätig.

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Kategorie: Kolumnen