Hotelbad – der erste Eindruck zählt!

8. Mai 2018 Mehr

Die Bedeutung von Hotelbädern für die Gästezufriedenheit ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Und so sind die ehemaligen Waschräume längst zu Wellnessoasen mutiert, deren Entstehung einiges an Überlegungen und auch Mitteln erfordert. Dieser Beitrag widmet sich diesen Oasen der Körperhygiene, versucht etwas Licht in die Investitionskosten zu bringen und zeigt die neuesten Trends in der Badgestaltung auf.

Starten wir diesen Themenreigen gleich einmal mit dem lieben Geld. Als besonders hilfreich werden bei Investitionsüberlegungen generell Kennzahlen erachtet, die im Vorfeld einen groben Überblick über die zu erwartenden Kosten bieten. Bei Hotelbädern erweisen sich üblicherweise gut informierte Quellen aber als wenig ergiebig, was in erster Linie mit den zahllosen Möglichkeiten zusammenhängen dürfte, wie man sein Geld in diesen Nassräumen ausgeben kann.

Wie weit sich der Bogen dabei aber spannen lässt, zeigen die wenigen verfügbaren Zahlen: So soll man pro Quadratmeter Badfläche mit Gesamtkosten zwischen rund 900 und bis über 3.000 Euro rechnen können. Bei statistischen neun Quadratmeter Fläche pro Hotelbad ergibt das einen Spielraum, der etwa bei 8.000 Euro beginnt und locker die 30.000er Grenze erreichen kann. Das dann multipliziert mit der Anzahl der Bäder ergibt eine recht ordentliche Summe – Grund genug also, sich etwas intensiver mit diesem Thema auseinander zu setzen.
Zweifelsfrei wirkt die Hotelkategorie entscheidend auf die Ausstattung und damit auf die Investitionsgröße ein – von einem 3 Sterne Haus dürfen Gäste im Hotelbad nicht 5 Sterne Komfort erwarten. Denn schon die Wahl eines Washlet-WC´s anstelle eines normalen Klosetts lässt den Kostenzähler gleich um einige Tausender weiter springen. Setzt man diese Komfortausstattung hingegen der Kombination konventionelles WC und Bidet gegenüber, sieht die Bilanz gleich viel besser aus: Man bietet dem Gast innovativen Hygienekomfort am stillen Ort, spart an kostbarer Fläche und zusätzlich beim Installationsaufwand.
Generell aber gilt, dass die Gäste im Hotel zumindest jenen Ausstattungsstandard erwarten, den sie auch zu Hause haben. Und da die privaten Waschräume recht ordentlich aufgerüstet haben, reicht „Standard“ im Hotelbad längst nicht mehr, wie die nachfolgenden Expertenmeinungen bestätigen.

 

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Perfekt inszenierte Badwelt im Hotel Mama Thresl /Foto:© Geberit

 

Der erste Eindruck zählt
Der erste Weg des Gastes im Hotelzimmer führt meist in das Bad. Hier sind sich die Experten einig, dort entsteht der erste Eindruck des „ganzen Zimmers“. Im Unterbewusstsein werden beim Betreten des Bades innerhalb von wenigen Sekunden Eindrücke gesammelt, die bestimmen, wie der Gast seinen Hotelaufenthalt in Erinnerung behält. Und da Geschmäcker bekanntlich vielfältig sind, ist für das Hotelbad, in dem sich Menschen mit unterschiedlichen Prägungen wohlfühlen sollen, die Wahl einer neutralen Designsprache, klassischer Formen und einer dezenten Farbgebung ratsam.

 

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Der Hygieneexperte Hagleitner hat dem Hotelbad mit LUNA 2.0 eine eigene Serie gewidmet: Highlight ist der Gel-Spender showerMAID, der sich in jedes Hotelbad einfügt und wirtschaftlichen Betrieb garantiert.  Foto:©HAGLEITNER HYGIENE INTERNATIONAL GmbH

 

„Gerüche, Temperatur und Beleuchtung beeinflussen unser Wohlbefinden erheblich. Sauberkeit ist ein Grundbedürfnis und daher entscheidend, dass der Gast sich wohlfühlt“, erklärt der Badexperte und Geberit-Verkaufsleiter Peter Ernst, „und ausgeklügelte Beleuchtung und Spiegelflächen beeinflussen, wie der Raum wahrgenommen wird“.
Dabei sollte seiner Meinung nach auf keinen Fall an Ablageflächen für Toilettartikel, Haken für Bademäntel oder Handtücher sowie am Handtuchwärmer gespart werden.
Zum Wohlbefinden trägt auch eine angenehme Temperatur bei und absolut zu vermeiden sind unangenehme Geräusche, wie etwa der Lüfter, der geräuschvoll durchstartet und minutenlang nachläuft.
Wobei dem Luftaustausch im Bad/WC besonderes Augenmerk gilt. Hier entstehen Gerüche, die am besten erst gar nicht in die Raumluft gelangen. Der Expertentipp von Peter Ernst: Wer in hochwertige WC-Anlagen mit Geruchsabsaugung investiert, spart seinen Gästen viele Peinlichkeiten – und dem Mitbenutzer unangenehme Gerüche.

 

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Stylisches, helles Hotelbad mit großem Spiegel, Glasdusche und AquaCleanMera-WC /Foto:©Geberit

 

Standard und Luxus
Das moderne Hotelbad soll dem Gast also neben der obligatorischen Grundausstattung bestehend aus WC, Waschbecken und Dusche bzw. Badewanne auch ein angenehmes (geruchsfreies) Raumklima sowie ausreichend Platz für die Dinge des täglichen Lebens bieten.
Keine leichte Aufgabe auf durchschnittlich 3 x 3 Metern Badfläche, wie Carola Husemann, Leiterin Objektmanagement von Bette zu berichten weiß. Auf diesen räumlichen Gegebenheiten beruht auch die Vorliebe der Planer für Duschen anstelle der früher obligatorischen Badewannen: Der Platz ist knapp und das Duschen in der Badewanne – womöglich noch mit Duschvorhang – lässt bei vielen Zeitgenossen ohnedies keinerlei Wonnegefühl mehr aufkommen.

 

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Nutz- und Designelement: freistehende Stahl-Email-Badewanne in der Spa Suite im Romantikhotel Schloss Pichlarn / Foto:© Schabetsberger

 

Bei der Dusche-Badewanne-Diskussion sieht Husemann aber vor allem in der gehobenen Hotellerie ein Comeback der Badewannen – freistehen versteht sich, nicht eingefliest und in Kombination mit einer bodenebenen Dusche. Bei Wanne und Dusche setzt die Badexpertin natürlich, der Materialphilosophie von Bette entsprechend, auf Stahl-Email. Und auch Hoteliers sollen sich zunehmend auf diese emaillierten Stahl-Duschwannen einschwören, die Reihe von Vorteilen aufweisen. So optisch ansprechend verflieste Duschböden im Sinne eines ganzheitlichen Bodendesigns auch sein mögen, eine mehrfache Problemstellung ortet Husemann in den Fugen. Diese sauber und keimfrei zu halten erfordert ebenso viel Zeit- und Materialaufwand, wie die Reinigung der Fliesenoberflächen selbst.
Und wer längerfristig denkt, kann sich mit der Bette-Zarge auch noch die obligatorischen Silikonfugen zwischen der Wand und der Duschwanne ersparen, die regelmäßig zu erneuern sind: Hier sorgt eine spezielle Aufkantung an der Duschwanne, die bis unter die Wandfliesen reicht, für einen sauberen Abschluss und ein dauerhaft sauberes und wartungsfreies Duschvergnügen.

 

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Luxusbad im Hotel InterContinental in Ljubljana – mit freistehender Badewanne von Bette / Foto:© InterContinental Ljubljana

 

10 bis 15 Jahre
So lange sollte ein entsprechend (zeitlich neutral) designtes, funktional durchdachtes und mit Qualitätsprodukten ausgestattetes Hotelbad sowohl den Investor als auch die Hotelgäste mindestens erfreuen. Nach dieser Zeitspanne beginnt nach der Erfahrung von Carola Husemann der Reparaturzyklus und es stehen zumeist gröbere Reparaturen an, sind etwa Armaturen usw. zu tauschen. Aber in innovativen Betrieben wurde in der Zwischenzeit die Zimmereinrichtung ohnedies schon mindestens zwei Mal überarbeitet – und bei der dritten Renovierung sollte auch das Hotelbad eine Auffrischung erhalten.

 

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Mit rund 500 Produkten bietet KEUCO mit der Serie PLAN weltweit das umfangreichste Bad-Ausstattungskonzept für Hotelbäder und öffentliche Sanitärbereiche. / Foto:©KEUCO

 

Damit stehen letztlich die wichtigsten Eckdaten für Hotelbäder fest:
Das Bad ist zu einem entscheidenden Element geworden, welchen Eindruck der Gast von seinem Hotelbesuch mitnimmt. Selbst das beste Essen im Hotelrestaurant wird nichts nützen, wenn der Besucher in seinem Zimmer ein Bad vorfindet, das nicht mehr als seine Grundbedürfnisse abdeckt.
Pro Quadratmeter sollte man mit einem Investment von mindestens 900 Euro für eine Hotelbad-Sparvariante rechnen – in der Praxis werden Budgets von 1.500 Euro aufwärts recht nah an der gebauten Realität liegen.

 

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Armaturen und Accessoires der EDITION 11 von KEUCO: hier in champagnerfarbenem Nickel mit intensivem Tiefenglanz und extrem unempfindlicher Oberfläche  /Foto:©KEUCO

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Kategorie: KlarText, Kolumnen