Was passiert, wenn der Roboter die Reiseplanung übernimmt?

1. November 2018 Mehr

Neulich habe ich Siri eine der etwas anspruchsvolleren Fragen gestellt. Ich kam von einem Kundentermin und stieg in den Wagen eines Carsharing-Anbieters im Berliner Westen: „Bring mich auf schnellstem Weg zum Hauptbahnhof.“ Siri berechnete sekundenschnell die schnellste Route und ich war begeistert von der Bedienung, der Geschwindigkeit und vor allem davon, dass sie mich fehlerfrei verstanden hatte. Denn das ist leider noch nicht immer so. Für wirklich komplexe Fragen oder Prozesse reicht es manchmal noch nicht wirklich. Hier stößt die künstliche Intelligenz oft noch immer an ihre Grenzen.

Und trotzdem diskutieren wir zu Recht leidenschaftlich darüber, wie viel Prozent der alltäglichen Prozesse die künstliche Intelligenz bereits in den nächsten Jahren voll automatisieren wird. Wir werden Siri, Alexa & Co. immer mehr anvertrauen und diese werden schon bald immer mehr Aufgaben für uns übernehmen können.

Viele Unternehmen werden mit KI zuerst in den Bereichen Buchhaltung und Travel Management in Berührung kommen. Besonders der letztgenannte Bereich strotzt vor Komplexität und Unabwägbarkeiten. Dort wird sich die helfende Hand des Algorithmus zuerst etablieren und schnell unverzichtbar werden. Federführend hierbei sind KI-basierte Apps, die Unternehmen bei der Reiseplanung unterstützen.

 

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Komplexe Abläufe erfordern Fingerspitzengefühl, die Maschine lernt stets dazu
Künstliche Intelligenz fußt auf Machine-Learning-Technologie und verarbeitet in Sekundenschnelle gigantische Datenmengen. Auf diese Weise wird uns die Maschine schon bald Ergebnisse liefern, die man von einem analog suchenden Menschen überhaupt nicht mehr erwarten kann. Das Ziel sind perfekt abgestimmte, personalisierte Reisevorschläge, die sämtliche relevanten Faktoren miteinbeziehen, wie z.B. muss durch die Rush Hour mehr Anreisezeit veranschlagt werden? Gibt es im Flieger ein vegetarisches Bordmenü und darf der Mietwagen über eine manuelle Gangschaltung verfügen? Auch bei der Auswahl der Unterkunft ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Wie entscheidet sich der moderne Reisende beispielsweise zwischen einer sehr günstig zum Ort des Meetings gelegenen AirBnB-Unterkunft und der Taxianfahrt vom Hotel in Bahnhofsnähe? Der Algorithmus wird die Antwort kennen und entsprechend liefern.

In einer nicht allzu fernen Zukunft spielt KI virtuos auf der Klaviatur von Big Data und sorgt für ein perfektes Geschäftsreiseerlebnis. Wann kommt der Regen am Nachmittag und wie voll wird nach dem Meeting der Zug zum Bahnhof? Wo bekomme ich in der Nähe eine Tasse meines Lieblingskaffees und wo kann ich ungestört die Präsentation feinjustieren? Alles wird intuitiver und dadurch sehr viel entspannter. Die größten Stressfaktoren einer Geschäftsreise, wie Zeitdruck durch unvorhergesehene Verspätungen, Orientierungslosigkeit und fehlende Rückzugsmöglichkeiten werden langsam aber sicher als böse Erinnerungen verblassen.

Wir haben den Algorithmus in der Hand
Bis der Algorithmus jedoch so perfekt funktioniert, wird der menschliche Aspekt bei der Reiseplanung und generell im Service auf keinen Fall verloren gehen. Denn egal ob intensiver Vertrieb oder emotionale Stress-Situationen – ohne die Fähigkeit, blitzschnell Rückschlüsse zu ziehen, die Gegenseite zu verstehen und bei schwierigen Entscheidungen das Richtige zu tun, würde in der Servicewelt jeden Tag Mord und Totschlag herrschen.

Den Algorithmus für die Automatisierung schreiben selbstverständlich wir, die Menschen. Um künftig von automatisierten Reiseplanern gefunden und zielgruppengerecht anvisiert zu werden, sollten Hotels daher möglichst schon jetzt die wesentlichsten Suchbegriffe definieren und entsprechend kommunizieren. Relevante Begriffe wie Self-Check-In, Raucherlounge oder High-Speed-Internet sollten schließlich nicht nur Personal und Stammgäste automatisch mit dem jeweiligen Haus verbinden, sondern auch Neukunden und KI-Systeme, die fortan vermehrt online planen und buchen.
In diesem Sinn blicke ich voller Zuversicht und Vorfreude in die Zukunft.

 

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Über den Autor:
Maximilian Lober (27) gründete das Hamburger Digitalunternehmen Voya ge­meinsam mit Florian Stege im November 2015. Voya bietet Unternehmen und ihren Mitarbeiten einen persönlichen Reiseassistenten, der Flüge, Hotels, Mietwagen und Züge bucht. Voya konzentriert sich hierbei vor allem auf Unternehmen mit 50 bis 5000 Mitarbeitern. Für Voya arbeiten 50 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon sind Entwickler. Zwölf Mitarbeiter kümmern sich um die Kundenberatung via Chat.

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Kategorie: Branchentipps, Magazin

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