Das spirituelle Teehaus in Shanghai

12. September 2018 Mehr

Teetrinken ist in China ein ganz spezielles Ritual, Tee ist ein Symbol des Zen. Es verbindet ein funktionales Bedürfnis mit geistiger Erfrischung. In China wird Tee als Mittel einer geistigen Kommunikation zwischen Mensch und Natur betrachtet. Deshalb sind auch Architekturen oder Räume des Teetrinkens etwas ganz Besonderes und werden von den Architekten oder Designern mit ausgesuchter Hingabe behandelt.

 

Teehaus

 

Als Ausgangspunkt für das Design des ONE Teahouse in Shanghai bediente sich Architekt Zhigang Lu vom Büro MINAX Architects des Konzeptes des Holzes in der traditionellen chinesischen Architektur. Er führte die Bereiche Architektur, Innenraum und Möblierung in einer Einheit zusammen zu einem komplett neuen Erscheinungsbild:

999 hölzerne Stäbe, von immer dem gleichen Zentrum ausgehend, in einem rechteckigen Raum, werden von einem ovalen Raum geschnitten und beendet. In diesem Fall hat jeder Stab seinen eigenen Winkel und seine spezifische Länge. So entsteht ein genau definierter Bereich als „Restraum“. Die Stäbe vollenden eine schrittweise Transition vom Rechteck (3,8 x 4,7 Meter) zum ovalen Bewegungsraum. Das Teehaus besitzt nun zwei geometrische Foren und drei verschiedene Dichten. All diese Designaspekte offenbaren eine große Ordnung und Raffinesse. Wenn sich das Sonnenlicht auf den Oberflächen der Stäbe spiegelt, kann der Betrachter den rhythmischen Wechsel der verschiedenen Kreise erkennen. Auf der einen Seite des Raumes geht ein rundes Fenster auf die Straße hinaus, während die andere Seite, zum Garten hin, von einer rechteckigen Öffnung bestimmt wird. Alles das sind Hinweise für den Menschen, hier eine spirituelle Wiedergeburt und einen Neustart zu suchen (und zu finden).

 

Teehaus

 

Fotos:©Zhigang Lu

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Kategorie: Magazin