Hinter uns die Sintflut – Spelunke

15. März 2018 Mehr

Diesem Motto hat sich ein neues Lokal in Wien verschrieben, das mit seinem außergewöhnlichen Interior punkten will. In einem ehemaligen Geschäftslokal am Donaukanal entstand mit der „Spelunke“ ein Projekt, das Potenzial für einen Szenetreff hat. Für die Gestaltung der Wände konnten die Betreiber den Graffitikünstler Akira Sakurai gewinnen, der mit Szenen aus einer Hamburger Spelunke und Unterwasserwelten den Namen des Lokals in leuchtende Bilder transferierte. Diese Bilderpracht wurde mit ausgewählter Einrichtung kombiniert und das Ganze dann vom Lichtgestalter Alexander Magyar ins rechte Licht gerückt.

 

Spelunke

 

Magyar hat für den Bauherren Werner Helnwein bereits dessen Restaurant „Klee am Hanslteich“ effektvoll beleuchtet und konnte sich nun am Donaukanal in die Innenarchitektur, die der Bauherr selbst übernahm, stil- und konzeptsicher einbringen.
Sein Grundkonzept dabei: Weg von den üblicherweise vielen Designleuchten über den Tischen hin zu unsichtbaren Lichtquellen, um den Blick auf die Wände freizuhalten. Die einzigen vorherrschenden Design-Elemente dieser Kategorie sind die Leuchten über dem Chiefs-Table. Zudem setzte der Lichtdesigner in großem Stil auf Halogen-Leuchtmittel, mit denen er grandiose Lichtstimmungen erzeugt. Wie etwa bei der Aufgabe, die Arbeiten des Graffiti-Künstlers entsprechend zu betonen. Dies erzielt er mit engstrahlenden Halogen-Leuchtmitteln, mit denen sich die Kunst effektvoll in Szene setzen lässt.
Aber auch LED-Technologien fanden ihren Einsatz. Etwa an der Bar, wo die Wärmeentwicklung der Beleuchtung für die Gäste reduziert werden sollte. Hier sorgen LEDs mit hoher Farbwiedergabe – ausgestattet mit einem 10-Grad-Reflektor – für passende Lichtverhältnisse. Um die Blendwirkung zu verringern, setzte man bei diesen Leuchten Sonderanfertigungen ein, bei denen die Leuchtmittel zusätzlich weiter zurückversetzt wurden. Ebenso besteht die Barunterleuchtung aus LED-Bändern.
Besonderes Augenmerk legte der Lichtdesigner auf die Beleuchtung der Toiletten, die seiner Meinung nach immer ein Highlight sein sollten. Und so sind dort die beleuchteten Spiegel dimmbar, oder die WC-Papierhalter beleuchtet. Selbst für die Selfi-Generation ist vorgesorgt: Für das schnelle Selbstporträt steht ein entsprechender „Bühnenplatz“ mit asymmetrischen Strahlern zu Verfügung.

Spiel mit Licht und Schatten
Das Konzept des neuen Lokals an sich ist schon sehr interessant, versetzt es doch die Besucher in eine fantastische Welt und entreißt sie dem Alltag. Die Innenraumgestaltung ist dabei bewusst dunkel gehalten und spielt mit urbanem Kontext, stellt Referenzen zu unkonventionellen Räumen her und interpretiert sie neu. Richtig in Szene gesetzt wird das Ganze aber erst durch die Lichtgestaltung, die kompromisslos auf die Dramaturgie eingeht und mit Kontrasten spielt: Beleuchtet wird ausschließlich Notwendiges, Schatten werden generiert und als Designelement eingesetzt. Erzeugt werden diese Stimmungen überwiegend mit Halogen-Vollspektrum-Leuchtmittel, die den Anforderungen an Brillanz und Farbwiedergabe des Bauherren und Innenraumgestalters entsprechen.
Energetische Bedenken bezüglich des Einsatzes von Halogenleuchtmitteln anstelle von LED wurden dabei bereits im Vorfeld bei der Planung geklärt: Einerseits verbraucht eine moderne Küche ein Vielfaches an Strom, andererseits kommt es bei der Spelunke auf die Details an: Und eines davon ist, dass das Raumgefüge in der Wahrnehmung des Besuchers unterbewusst durch das Licht gegliedert werden soll.

 

 

Fotos:©Alexander Magyar

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Kategorie: Allgemein, Projekte